Papst: Spekulation über Finanzskandal im Vatikan als Rücktritts-Grund

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 11.02.13, 17:51

Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wirft Fragen auf. Die offizielle Begründung, er sei zu alt, überzeugt nicht. Dagegen verweisen Beobachter auf die aktuellen Finanzskandale im Vatikan. Die Frage, die sich stellt: Tritt Joseph Ratzinger ab, weil er sich inmitten der Korruptions-Skandale plötzlich überfordert fühlte? Oder wurde er gar von geheimnisvollen Hintermännern gedrängt, seine Aufklärungs-Versuche der Skandale mit einem eigenen Rücktritt spektakulär zu beenden?

Die Bilder sind noch frisch: Papst Benedikt XVI. trifft zu Weihnachten 2012 seinen Ex-Kammerdiener Paolo Gabriele, der ihn im Zuge der sogenannten „Vatileaks“-Affäre geheime Dokumente entwendet und einem italienischen Journalisten zugespielt hatte. Benedikt XVI. verzieh dem Kammerdiener. Gabriele hatte angegeben, er habe dem Papst helfen wollen, „gegen das Böse und die Korruption“ anzukämpfen.

Das Böse und die Korruption sind dem Vatikan über die Jahrhunderte wie ein böses Geschwür ans Bein gewachsen. Kriminelle Machenschaften, Mafia-Aktivitäten, Geldwäsche, Mord, Betrug – alles keine Begriffe aus dem Kirchenlexikon und doch wohl vertraut in den heiligen Hallen um den Petersdom. 1982 wurde Roberto Calvi, der damalige Generalmanager der vatikanischen Banco Ambrosiano (Spitzname „Der Banker Gottes“) wegen Geldwäscherei und Finanz-Verbrechen angeklagt. Doch noch bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte, wurde er erhängt unter einer Londoner Brücke aufgefunden, seine Taschen gefüllt mit Ziegelsteinen. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt.

Nun rätseln Beobachter, welche Rolle die vatikanische Finanz-Mafia bei dem spektakulären Papst-Rücktritt gespielt haben könnte (offzielle Version – hier). Denn das Alter und die Gesundheit, wie offiziell angegeben, sind nur scheinbar vernünftige Gründe: Gesundheitlich ist Joseph Ratzinger fitter als manch ein Papst beim Dienstantritt. Und 85 Jahre sind für die meisten Priester der Welt eher ein Routine-Alter – sie versehen, wie die Päpste, ihren Dienst bis zum Tod oder wenn es wirklich gar nicht mehr geht. Zwar haben die Bischöfe ein Alterslimit, das in der Regel auch zur Verrentung führt. Für Päpste und ihr Amt galt jedoch bisher: Bis dass der Tod euch scheidet. Erst einmal, 1294, war Papst Coelestin V. nach wenigen Monaten zurückgetreten. Er war aber eher ein Irrtum der Geschichte.

Quelle und weiterlesen hier:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/02/11/papst-spekulation-ueber-finanzskandal-im-vatikan-als-ruecktritts-grund/