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  • Sticky Sizilianer sind auch nur Menschen (Teil 1 - 5)

    Sizilianische Anekdoten

    (1. Teil - Straßenverkehr)

    Ob ein Sizilianer sich wesentlich von einem Italiener unterscheidet, kann ich nicht wirklich beurteilen.
    Ich kenne nur Sizilien und seine Bevölkerung und kann sie deshalb nicht mit den Italienern vergleichen.
    Die Sizilianer sagen aber auch von sich selbst, dass sie keine Italiener sind, und warum sollte ich ihnen das nicht auch glauben.

    Jedenfalls sind sie ein sehr interessantes Völkchen.

    Disziplin scheint für sie ein Fremdwort zu sein und auf den Straßen herrscht die Regel:
    Wer zuerst kommt, fährt zuerst.

    Ich brauchte lange dazu, um mich mit dieser Regel abzufinden.
    Teilweise blockiere ich den Verkehr, da ich mich an die Vorschriften halte und es durch mich kein Vorankommen gibt.

    Halte ich an einem Stoppschild werde ich doch tatsächlich von den Hintermännern überholt.
    Rechts vor links existiert schon mal überhaupt nicht, da es einem unmöglich ist, zu erkennen, ob man sich auf einer Vorfahrtstraße befindet oder nicht.
    Verkehrsschilder unauffindbar.
    Stoppschilder werden nicht beachtet, da man die Linien auf den Straßen kaum noch erkennen kann. Es kann ja sein, dass sie gar nicht mehr gültig sind.

    Betrete ich einen Zebrastreifen überkommt mich unweigerlich das Gefühl, dass die Autofahrer denken: Mal sehen ob man sie genau auf dem Zebrastreifen erwischen kann.
    Jemand sollte der Straßenverkehrsbehörde den Vorschlag machen, die Zebrastreifen Zielstreifen zu nennen. Da weiß man wenigsten auf was man sich einlässt, wenn man sie betritt.

    Die meisten Städte auf Sizilien haben einen alten, barocken Stadtkern und aus diesem Grunde sind die Parkmöglichkeiten sehr eingeschränkt, und da der Sizilianer sehr geh faul ist, wird dann schon mal in der zweiten Reihe geparkt, was aber niemanden zu stören scheint.

    Keiner regt sich darüber auf, auch wenn der Verkehr dadurch behindert wird, da jeder so verfährt. Auch wird sich schnell mal quer in eine Parklücke gestellt, da die Erledigung nur ein paar Minuten dauert und das ordnungsgemäße Einparken wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.

    Auch wenn man in der zweiten Reihe keine Parkmöglichkeit findet, benutzt man nicht die kostenlosen großen Parkplätze, die sich etwas außerhalb des Stadtkerns befinden, denn dazu müsste man wieder seine Beine in Anspruch nehmen. Also fährt man lieber eine halbe Stunde durch die Innenstadt, verpestet die Luft mit den Abgasen und stellt sich dann manchmal auch in eine Einfahrt.

    Wenn jemand dort hinein will, soll er doch einfach hupen und genau das passiert dann so hundert Mal am Tag.

    Am Interessantesten sind die „Vigili urbani“, die eigentlich den Verkehr und die Ordnung in einer Stadt regeln sollten. Da aber auch sie Sizilianer sind, sehen sie die ganzen Probleme, wenn man Ordnungswidrigkeiten als Probleme bezeichnen will, gelassen.
    Würden sie ihre Arbeit nach Vorschrift machen, hätten sie bald keine Freunde und vielleicht auch keine Familie mehr.

    In einer sizilianischen Stadt ist jeder irgendwie miteinander verbunden. Verwandt, befreundet, der Freund von einem Freund, der Cousin von einem Bekannten, der Schwiegervater einer Bekannten von dessen Freundin, die Freundin von der Cousine einer Freundin usw, usw.

    Diskutiert wird viel mit diesen „Vigili“, die mir richtig leid tun. Manchmal müssen sie eben Strafzettel verteilen, denn irgendwie brauchen auch sie ein Erfolgserlebnis, bzw. müssen ihren Vorgesetzten belegen, dass sie ihrer Arbeit nachgehen.

    „Was soll der Strafzettel“, bekommen sie dann schon mal zu hören. „Du kennst doch mein Auto.“

    Da nimmt man dann in der nahe gelegenen Bar zusammen einen Caffé (Espresso), diskutiert noch eine halbe Stunde und am Ende wird er Strafzettel zerrissen.

    Ich muss immer bezahlen, da ich keine Verwandten und wenige Freunde in dieser Stadt aufweisen kann.

    Strafzettel sind teuer:
    Parken auf Zebrastreifen =75 €, Parken im Halteverbot =55 €, das Überziehen der Parkzeit= 35 €.

    Der Sizilianer scheint außerdem seine ganzen Telefonate im Auto während des Fahrens zu erledigen. Obwohl auch hier die Strafe ganz schön gesalzen ist (600 €) hält sich „Niemand“ an das Verbot. Warum auch, wenn doch die Ordnungswächter selbst ihre privaten Telefonate während der Fahrt erledigen.

    Sturzhelme scheinen nur ein Accessoire zu sein, welches man an dem Lenkrad befestigt. Obwohl hier die Strafe: Einzug des Fahrzeuges bedeutet, sehen die Sizilianer dies gelassen.
    Kontrolliert wird das sowieso nur bei Verkehrskontrollen, und diesen kann man ja gegebenenfalls noch ausweichen.

    Viel wird auch nicht kontrolliert, denn die Städte wissen mittlerweile schon nicht mehr wo sie die konfiszierten Motorräder und -roller abstellen sollen, denn das Gesetzt schreibt bei Nichttragen des Helmes dieses vor, Die Halden sind voll.

    In vielen Städten wird am Samstagabend die Haupteinkaufsstraße für den Verkehr gesperrt und als Fußgängerzone ausgewiesen. Wer dann als Fußgänger die Fahrbahn benutzt, muss trotzdem wachen Auges sein, weil Autofahrer nicht einsehen, dass diese Straße nun für sie nicht mehr befahrbar ist. Und die „Vigili“ schauen sich derweil die Auslagen der Geschäfte an.

    © Kerstin Buttà


    Hier kommen immer wieder neue Geschichten hinzu....

    ***

    ( 2.Teil – Majolika, Made in Sicilia?)

    Um ganz Sizilien zu sehen und zu entdecken reicht ein normaler Urlaub von 2 oder 3 Wochen nicht aus.

    Man beschränkt sich als normaler Tourist auf die in den Reiseführern beschriebenen Sehenswürdigkeiten und hetzt von einer Stadt zur anderen.

    Ich habe das Glück mehrere Monate im Jahr hier verbringen zu können und habe somit genug Zeit auch Dinge mir anzusehen, die in keinem Reiseführer beschrieben sind.

    Heute möchte ich von einem Ausflug nach Caltagirone berichten.

    Diese Stadt, die über die Insel hinaus für ihre Majolika berühmt ist, liegt im Landesinneren.

    Wir fahren also von Acireale aus am frühen Morgen los.

    Nachdem wir die Hektik rund um Catania hinter uns gelassen haben, fahren wir vorbei an endlos weiten Feldern, auf denen Kühe und Pferde grasen. Ziegen- und Schafherde sind noch wesentlich mehr zu bestaunen. (Aus deren Milch wird der wohlschmeckende Ricotta (Frischkäse) hergestellt.)

    Nach gut 1 1/2 Stunden sind wir dann in Caltagirone angekommen und finden auch sofort einen Parkplatz. Und Glück hatten wir noch dazu, dass es einer war, der kostenlos benutzt werden kann.

    Wir schlendern also durch die Stadt und bestaunen die vielen Geschäfte in deren Auslagen die Majolika zu bestaunen ist.

    Zum Glück fragte mich mein Mann bei jedem Gegenstand den ich in die Hände nahm, wozu ich das denn gebrauchen könne. (Ich hab nämlich die ganze Wohnung voll davon)

    Also stelle ich alles wieder zurück in die Regale und wir schauten uns in der Stadt weiter um.

    An der berühmten Freitreppe Santa Maria del Monte, erbaut 1606, die 142 Stufen aufweist, 1954 mit handgemalter Keramik verkleidet ist und die Geschichte der Keramik-Herstellung zeigen, betrat ich eine Kirche (Santa Maria del Monte).

    Im Eingangsbereich der Kirche befand sich unter anderem eine kleine Ausstellung mit dem Titel: Kunsthandwerk aus Caltagirone.
    Der Erlös des Verkaufes wird für die Renovierung eben dieser Kirche benutzt.

    Mein Blick ging sofort zu kleinen Putten, die in einer Vitrine ausgestellt waren. Da ich eine leidenschaftliche Sammlerin von Puttenfiguren bin, konnte ich hier nicht daran vorbei gehen, ohne eine dieser kleinen, süßen Figuren zu erwerben.

    Ich entschied mich für eine kleine, mit Goldfarbe überzogene Putte und fragte nach dem Preis. 15€..., das lag noch im Rahmen meines Budgets für diesen Tag und ich entschied mich zuzugreifen.
    Die Verkäuferin sagte mir noch, dass sie diese Figur auch original verpackt habe und griff unter den Verkaufstisch, nahm die Schachtel und tat sie in eine kleine Tüte.

    Glücklich über meinen Erwerb verließ ich die Kirche und wir schlenderten weiter durch den wunderschönen Stadtpark, in dem man vergessen konnte, dass man sich inmitten einer Stadt mit viel Lärm und Verkehr befindet.

    Am Abend, zu Hause angekommen, wollte ich meine Errungenschaft (Putte aus Caltagirone) sofort zu den anderen Putten in meiner Vitrine aufstellen und glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich das Etikett auf der Verpackung las:

    Made in China

    © Kerstin Buttà

    *****

    (3.Teil - Wochenmarkt)

    Ich liebe es, am Samstag morgen, auf den Wochenmarkt zu gehen.

    Das Angebot reicht von Schuhen (für Frauen sehr wichtig), über Handtaschen, Kleidung und Krimskrams, bis hin zu Obst und Gemüse.

    Um den ganzen Wochenmarkt in Acireale besuchen zu können, braucht man gut 2 Stunden.

    Erstens weil er so groß ist, und 2. weil viele Menschen ihn besuchen.

    Man braucht viel Geduld, um sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen, denn auf den Markt kommt man nicht nur um einzukaufen, sondern man trifft viele Freunde und Bekannte.

    Das ist auch der Grund, warum der Menschenfluss ständig ins Stocken gerät.

    Menschentrauben, die in den schmalen Durchgängen ein Durchkommen gänzlich verhindern, trifft man fast vor jedem Stand.

    Hier wird heiß über Politik, Privates usw. diskutiert.
    Will man sich vorbei drängeln, muss man acht geben, dass man keine Stupser abbekommt, denn der Sizilianer unterstreicht seine Meinung kräftig mit gestikulierenden Händen.

    Ganz schlimm ist es, wenn sich Frauen treffen, die, natürlich mit ihren Kindern, sich über diese unterhalten. Da wird die Kleidung der Kleinen bestaunt, und weil die Kinder nun mal kleiner sind wie die Erwachsenen, wird sich zu ihnen hinunter gebeugt, was selbstverständlich in den schmalen Durchgängen noch mehr Platz einnimmt.

    Die Kinderwagen stehen quer im Gang und über die Füße wird einem damit auch schon mal gefahren. Die Kinder fangen an zu schreien, weil sie sich von den Menschenmassen, die sich um sie herum befinden, eingegrenzt werden und der Himmel für sie kaum noch zu sehen ist.

    Sie fangen an zu weinen und zu schreien und zu diesem Geräuschpegel gesellen sich dann noch die Schreie der Händler.

    Sie preisen ihre Waren an, wobei einer versucht den anderen zu übertreffen. Eng aneinander stehen die verschiedenen Verkaufsstände und oftmals gibt es zwischen den Händlern Streit, wegen ein paar Zentimetern, die manch einer dem anderen weggenommen hat.

    Ein harter Kampf, der einen Händler schon mal dazu verleiten ließ, einen Baum in der Nacht zu fällen, um einen halben Meter mehr an Verkaufsfläche zu gewinnen.

    Nachts rückte er mit einer Motorsäge an und glaubte, dass am nächsten Tag niemandem auffallen würde, dass da mal ein Baum stand.
    Er irrte sich, denn seinen Nachbarn ist das nicht verborgen geblieben und sie riefen die Polizei.
    Der Händler stellte sich dumm.

    Viel musste er sich aber nicht anstrengen, denn dumm war er, hatte er die Motorsäge doch noch in seinem Transporter liegen und seine Hosen waren voller Späne.

    © Kerstin Buttà

    ***

    (4.Teil - Evakuierung des Landesinneren auf Sizilien)

    …das könnte man als Tourist annehmen, wenn man die Autokarawanen sieht, die aus der Mitte der Insel in alle Himmelsrichtungen am Nachmittag des 14. August ans Meer unterwegs sind.

    Bis jetzt vermieden wir es immer an diesem Tag an den Strand zu fahren, denn ich ertrage Chaos und Menschenansammlungen nicht mehr.

    Es ist der Tag vor Maria Himmelfahrt, ein Feiertag in Italien.
    Ganze Familienclans rotten sich zusammen, um den Abend rund um ein Lagerfeuer am Strand zu verbringen.
    Wenn man den Sizilianern dabei zuschaut, wie sie, nachdem das oder die Zelte aufgebaut, Stühle und Tische aufgestellt und die Luftmatratzen aufgeblasen sind, die Frauen die Fressalien aus den Autos holen, könnte man glauben, dass jede Familie einen eigenen Catering-Service betreibt.

    Die Tische, denen man ansieht, dass sie schon viele Himmelfahrtsausflüge hinter sich haben, werden mit Tischdecken abgedeckt und darauf werden unzählige Töpfe und Schüsseln abgestellt.
    Platz für Plastikteller und –becher bleibt nicht übrig.

    Jede Zeltgemeinschaft hat außerdem mindestens 10 Kühltaschen mit Getränken dabei.
    Cola, Limo und Wasser für die Kinder, Bier für die Eltern und Rotwein für die Großeltern.

    Ist dies erst einmal alles chaotisch in dem abgesteckten Strandabschnitt verteilt, wird trockenes Holz aus dem, zwischen Strand und Uferstraße befindlichen, früher einmal als Schutzwall gedachter, heute sehr ungepflegter mit Eukalyptusbäumen bewachsener Grünstreifen, eingesammelt.

    Die Kinder buddeln vor der „privaten Zeltstadt“ ein großes Loch in den Sand und dort hinein kommt das Holz für das Lagerfeuer.

    „Das wird nie brennen“, denke ich, als ich sehe, dass man ohne System die Holzstücke dort einfach so hinein wirft.

    Nachdem nun die Vorarbeiten für den von allen seit Wochen mit Spannung erwarteten Abend erledigt sind, nehmen alle ein Bad im Meer; außer den Großeltern, denn die müssen noch ein Schläfchen halten, denn der Abend wird lang.

    Und so kommt ein Familienclan nach dem anderen und plötzlich ist man von ihnen umzingelt und kann dem eigentlich kaum noch entrinnen.

    Sollte man eventuell mal auf die Toilette in einem der nahe gelegenen Lidos müssen, bleibt einem nichts anderes übrig, als durch eines der „Familiencamps“ zu latschen.

    Man entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten, die man den „Bewohnern“ bereitet und auf dem Rückweg wiederholt sich das Ganze.

    Angst vor Kontrollen und den sich daraus resultierenden Strafen scheint heute niemand zu haben.

    (Siehe dazu auch meinen Eintrag hier:
    http://kerstinbutta.blog.de/2012/08/09/occupy-sizilien-14428714/)

    Dafür müsste der Staat auch ganz andere Kräfte aufwenden, wie nur die paar „Vigili“ (Stadtpolizei) oder die Kontrolleure der „Capitaneria di Porto“ (Küstenwache).
    Selbst das gesamte Militär würde an diesem Tag nicht ausreichen, um Strafzettel zu verteilen, denn es gibt keinen einzigen Strandabschnitt rund um die Insel der nicht besetzt wurde.

    Wildcampen wird also zur kollektiven Gesetzesübertretung.
    Man könnte es auch so nennen:
    Strand-Flashmob oder Occupy-Sicilia

    Wenn es gegen Abend geht und die Dämmerung langsam einsetzt, spüre ich die Feuchtigkeit in meine Knochen, die vom Meer her über den Strand zieht.
    Die Handtücher und Kleidung werden sofort klamm und eigentlich ist die Zeit gekommen, wo ich gerne nach Hause gehen möchte…meine Gelenke fangen auch ganz langsam an zu rebellieren.

    Doch nichts da, denn nun trifft die herzliche Gastlichkeit der Sizilianer in Kraft.

    Von allen Seiten bekommt man Teller mit all den Köstlichkeiten der sizilianischen Küche gereicht.
    Ablehnung käme einer Beleidigung gleich.

    Als Getränk entscheide ich mich für einen hausgemachten Rotwein, von dem ich gerne einige Flaschen mit nach Hause genommen hätte.

    Das Abendessen dauerte bis Punkt 22Uhr und von wievielen Gerichten ich probierte kann ich nicht mehr sagen;
    Nur, dass ich wieder unzählige neue Rezepte für meine Sammlung ergattern konnte.
    (Einige davon könnt ihr aus meinem Roman entnehmen)

    Warum das Abendessen punktgenau 2 Stunden vor Mitternacht beendet wird, liegt daran, weil es um Mitternacht Tradition ist, den Hintern, wie die Sizilianer sagen, ins Meer zu halten.
    „Il bagno dell’ culo“, nennen sie es.
    Also darf 2 Stunden vor dem Baden nichts mehr gegessen werden…aus gesundheitlichen Gründen.

    Ich glaube, dass dies die einzige Regel ist, an die sich die Sizilianer wirklich halten.

    Pünktlich um Mitternacht stürzen alle in die Fluten, obwohl man im Wasser, da kein Vollmond, nicht einmal die Hand vor Augen sehen kann.

    Es gibt nur ganz wenige Mutige (ich sag mal Idioten), die weit hinaus schwimmen.
    Die meisten bleiben direkt am Ufer und viele tauchen nur kurz unter und gehen gleich danach zurück, um sich abzutrocknen oder umzuziehen.

    Die Kinder müssen ihre Schlafanzüge anziehen, allein schon wegen der vielen Stechmücken und Schnacken.
    Die Großen stellen auf die zusammengestellten Tische Petroleumlampen und die Kartenspiele werden ausgepackt. Sizilianer bekommen nämlich schon im Kindesalter das Kartenspiel Briscola (sizilianische Karten) beigebracht.

    Für uns wird es nun Zeit zu gehen. Die Feuchtigkeit sitzt mir in allen Gliedmaßen.
    Wir verabschieden uns und bedanken uns gleichzeitig bei allen, die uns an diesem Abend „durchgefüttert“ haben, für die Gastfreundlichkeit.

    Wir könnten auch gerne in einem der vielen Zelte die Nacht verbringen.
    „Platz ist in der kleinsten Hütte“ (sagt man auch auf Sizilien) und man wird einfach zusammen rücken.

    Ich verweise auf meine Gelenkschmerzen … und nun treten die Omas auf den Plan, mit allerlei guten Ratschlägen und Hausmittelchen.

    Nochmals bedankten wir uns bei allen und gehen, vorbei an dem Lagerfeuer, welches zu meiner Verwunderung doch ziemlich schnell brannte, zurück zum Auto und dabei bemerke ich, dass die angrenzenden Lidos, da, wo man auch mal die Toilette benutzen konnte, schon geschlossen haben.

    Die müssen nämlich bei Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen schließen.
    Wer von den Pächtern sich nicht daran hält, muss mit sehr saftigen Strafen und bei erneutem Verstoß sogar mit dem Entzug der Genehmigung von Seiten der Küstenwache, die mit ihren Booten auch nachts die Küste entlang fahren, rechnen.

    Also nach Mitternacht sind keine Toiletten mehr verfügbar und das ist der Grund, warum Wildcampen nun mal verboten ist und in den Tagen nach Maria Himmelfahrt möchte ich nicht durch den Grünstreifen zwischen Strand und Uferpromenade laufen müssen.

    Es war dennoch ein schönes Erlebnis…nur noch einmal brauche ich das nicht.

    ©Kerstin Buttà

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    (5.Teil - Sie kommen mit Taschen voller Geld

    und verdrängen die regionalen Händler.

    Chinesen wohin man auch schaut…auf dem historischen Markt von Catania/Sizilien.

    Weit über hundert Jahre besteht dieser Markt im Herzen der Altstadt.
    Ein Stand reiht sich an den anderen und jeder Marktschreier versucht seine Kollegen zu übertönen.
    Lauthals boten sie ihre Waren an und manchmal konnte man dort wirklich ein Schnäppchen machen: Markenwaren zu günstigen Preisen.

    Früher kauften diese Händler die gesamte Remanenz der verschiedenen Einzelhandelsgeschäfte nach Saison-Ende zum Kilopreis auf und verkauften diese auf den Märkten; oftmals zu einem Drittel des normalen Ladenpreises.
    Und Schuhe...liebe Leserinnen---Schuhe, Schuhe, Schuhe

    Wer also keinen Wert darauf legte modisch unbedingt das Allerneuste zu tragen, kam hier auf seine Kosten.

    Dann kamen auf Flüchtlingswegen Marokkaner, Tunesier, Syrier, Senegalesen und viele andere aus armen oder vom Krieg heimgesuchten Ländern, die an den Stränden als Verkäufer von billigen Klamotten oder Krimskrams versuchten sich ihren Unterhalt zu verdienen.
    Größtenteils verbleiben diese Immigranten in den Unterschichten.

    Manchmal jedoch sah man vereinzelt einige von ihnen auf den Märkten mit einem kleinen Stand. Sie hatten es also geschafft.

    Seit wenigen Jahren allerdings, mit Fortschreitung der Globalisierung, hat sich das Bild des Marktes in Catania verändert.

    Immer mehr einheimische Händler werden von den Chinesen verdrängt.
    Einen Standplatz, der teilweise über mehrere Generationen einer Familie gehörte, erwerben sie, indem sie dem Betreiber eine Summe anbieten, die wahrscheinlich „Niemand“ ablehnen würde.

    Stimmt man dem Geschäft zu, kommt gleich am nächsten Tag ein Unterhändler mit einer Tasche voller Bargeld.

    (Womit Montis 1000Euro-Gesetzt, welches besagt, dass keine Geschäfte mehr in bar getätigt werden können, die den Betrag von 1000 Euro überschreiten, zu reiner Makulatur werden lässt. Betrifft auch Privatkäufe. Alles über den Betrag hinaus, darf nur noch mit Kreditkarte, Scheck oder Überweisung bezahlt werden.)

    100 000 Euro ist ein 10 Meter langer Stand wert.
    Greift man da nicht schnell zu? Oder überlässt man dieses Geschäft lieber dem Nachbarn?
    Je länger man zögert, umso niedriger wird das Angebot.

    Das Angebot der Waren auf den Märkten lässt aufgrund dessen in der Qualität erheblich nach und man findet vorwiegend nur noch Billigwaren aus den asiatischen Ländern.

    Den Hafen von Neapel erreichen täglich tausende Container mit Waren aus China, die innerhalb weniger Stunden nach Ankunft den Hafen in alle Richtungen Italiens verlassen.
    Die Entladung der Container liegt natürlich in den Händen der neapolitanischen Mafia, die in diesem Fall, eng mit der chinesischen zusammen arbeitet.

    Viele der Container werden von den Zollbehörden bei Verlassen des Hafens nicht kontrolliert, da einige Zöllner bestimmter Schichten, sich gerne etwas dazu verdienen.

    (Dies beschreibt Roberto Saviano in seinem Buch „Gomorrha“ ganz genau, weshalb er nun unter ständigem Personenschutz steht.)

    Dies alles wird zweifelsohne durch die jetzige Krise noch gefördert und die eigentlichen Verlierer der chinesischen Invasion sind die kleinen Einzelhändler, die bei Saisonende auf ihrer übrig geblieben Ware, die jedes Jahr an Quantität zunimmt, sitzen bleiben.
    Kein Markthändler kommt mehr um ihnen die „alte Ware“ ab zukaufen.

    Die Regale in den Geschäften, die trotz dem, seit mehr als einem Monat dauernden Sommerschlussverkauf mit Preisnachlässen von mehr als 70% locken, sind immer noch prall gefüllt.

    Wohin also mit der neuen Ware für den Winter, die schon aus den Fabriken unterwegs ist in die Geschäfte. Viele weitere Geschäfte schließen, weil sie die neue Ware nicht bezahlen können.

    Und mit den Chinesen ist auch ein Stück italienische/sizilianische Kultur, die die Araber nach ihrer Besetzung zurück gelassen haben, und ich immer sehr amüsant fand, verloren gegangen:

    Es wird auf dem Markt nicht mehr gehandelt.

    Aber… dafür kann man dies jetzt wieder in den kleinen Einzelhandelsgeschäften versuchen… und wenn es sich auch nur um ein paar Euro handelt… Spaß macht das Handeln mit den Sizilianern auf jeden Fall.

    ©Kerstin Buttà

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  • Wenn Italien, Frankreich und Spanien es verlangen, muss Deutschland zahlen –

    Deutsche Steuerzahler sollen vor dem Sommer Euro-Banken retten
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 23.05.13, 15:32

    Noch vor der Bundestagswahl will die EU die Rettung der Banken mit dem Geld der Steuerzahler durchsetzen. Ziel ist es, die angeschlagenen Banken mit direkten Finanzhilfen vom ESM zu retten. Der Gouverneursrat des ESM verteilt dann die Steuer-Gelder, ohne, dass er für Fehler zur Rechenschaft gezogen werden kann.

    Im Zuge der Schaffung einer Banken-Union steht nun noch einmal die Frage über die Eingriffsmöglichkeiten des ESM zur Debatte. Der Chef der Eurogruppe, Dijsselbloem, hat nun angekündigt, dass noch vor der Sommerpause der ESM die Erlaubnis zur direkten Rekapitalisierung der Banken erhalten soll.

    Der Zugriff auf Sparkonten und die Hetzjagd auf vermeintliche Steuersünder sind nur ein paar der neuerlich von der EU initiierten Projekte, um den Steuerzahlern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Noch vor der Bundestagswahl soll nun der nächste Schritt kommen. Diesmal betrifft es ein Instrument des gefährlichen Rettungsschirms ESM: die direkte Rekapitalisierung der Banken.

    In einem Gespräch mit der griechischen Zeitung Kathimerini sagte der Chef der Euro-Gruppe, Dijsselbloem:

    „Wir arbeiten sehr hart an allen Elementen der Banken-Union. (…) Unsere aktuelle Arbeit konzentriert sich auf zwei Elemente: Die Richtlinie zur Abwicklung von Banken, die sich in Schwierigkeiten befinden, und das zweite Element ist die direkte Rekapitalisierung der Banken. Ob eine direkte Rekapitalisierung der Banken aus Länder, die bereits einem Bailout-Programm unterstehen, rekapitalisiert werden können, ist noch nicht entschieden. (…). Aber wir versuchen, eine Einigung vor der Sommerpause zu erreichen, aber natürlich gibt es keine Garantien.“

    Demzufolge ist die direkte Rekapitalisierung der Banken über den ESM grundsätzlich schon auf den Weg gebracht. Das einzige, was noch zu klären wäre, ist die Frage, wie mit Banken umgegangen wird, die aus Bailout-Ländern wie Griechenland, Zypern und Irland kommen.

    Für die Länder, die sich bereits unter einem Bailout-Programm befinden, wäre dies eine immense Erleichterung hinsichtlich ihrer Schuldenlast. Der Großteil der gegebenen internationalen Finanzhilfen floss in die nationalen Banken dieser Länder. Würde der ESM diese an die Banken gezahlten Gelder übernehmen, würde sich automatisch die Schuldenlast der Länder verringern. Eine Lockerung des Sparprogramms könnte dann entsprechend vorgenommen werden.

    Allerdings ist die direkte Rekapitalisierung der Banken über den ESM ein weiterer Schritt in Richtung Abgabe von Souveränität zu Lasten der Steuerzahler. Denn der Gouverneursrat des ESM wird über mögliche Gelder für Finanzinstitute entscheiden. Grundsätzlich ist zwar beispielsweise der deutsche in den Gouverneursrat Entsandte verpflichtet, den Bundestag vorher zu informieren und abstimmen zu lassen. Aber im Falle einer „Notfallsituation“ bedarf es nicht dieser Regelung. Und für die EU-Institutionen ist, wenn es um Entscheidungen geht, letztlich alles aus einer Notsituation heraus entstanden. Zumal der Gouverneursrat dem ESM-Vertrag zufolge für seine Entscheidungen nicht zur Verantwortung gezogen werden kann (Original – hier).

    Der deutsche Steuerzahler steht am stärksten für die dort getroffenen Entscheidungen gerade. Mit eingezahlten 22 Milliarden Euro und Garantien in Höhe von 168 Milliarden Euro stemmt Deutschland den größten Teil des ESM-Kapitals.

    Macht der ESM Verluste – etwa durch den hemmungslosen Ankauf von Staatsanleihen und diese weiter an Wert verlieren – dann kann das Direktorium mit einfacher Mehrheit die Verluste abrufen. Das heißt: Wenn Italien, Frankreich und Spanien es verlangen, muss Deutschland zahlen – reales Geld, für das Deutschland dann selbst wieder Schulden machen muss. Noch enger wird es, wenn bestimmte Zahler nicht wie vereinbart in den ESM einzahlen: Wenn nämlich der „ESM selbst in Verzug bezüglich einer beliebigen regelmäßigen oder sonstigen Zahlungsverpflichtung gerät, ruft der Geschäftsführende Direktor ausstehende Einlagen auf das Grundkapital ab“. Der Direktor ist ein Beamter, wie auch das ganze Direktorium lauter Beamte sind. Sie sind niemandem verantwortlich, nationales Recht greift nicht, die Beamten genießen volle Immunität. Der Direktor hat eine besonders starke Position: Er wird auf fünf Jahre gewählt und kann nur mit 80% Zustimmung abgewählt werden. Wenn also Frankreich Nein sagt, kann der Direktor unbehelligt weitermachen.

    Auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Wenn der Gouverneursrat der Meinung ist, der ESM braucht noch mehr Geld, kann das Grundkapital unbegrenzt erhöht werden. Für diesen Fall ist übrigens das einzige Mal im gesamten Vertrag die Zustimmung der nationalen Parlamente vorgesehen. Dies ist zwar sehr bescheiden, könnte aber früher als gewünscht von Bedeutung sein: Denn fast alle Beobachter sind mittlerweile der Meinung, dass die 500 Milliarden Euro nicht ausreichen werden, um das gesamteuropäische Schuldenloch zu stopfen.

    Quelle:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/23/deutsche-steuerzahler-sollen-vor-dem-sommer-euro-banken-retten/

  • Don Andrea Gallo...Priester der Armen...(leider) ein Rückblick...in seinem Gottesdienst sang man das Partisanenlied und nicht das Ave Maria

    *18. Juli 1928 in Genua, Italien; † 22. Mai 2013 in Genua, Italien

    Don Gallo war der Star unter den Priestern in Italien.
    Er zog sein Ding durch, so wie er wollte und nicht wie man es ihm vorschrieb.

    Er widersetzte sich Anordnungen von oben, zog mit Demonstranten durch die Straßen, zeigte die Faust der Partisanen in die Kameras und setzte sich für die Legalisierung weicher Drogen ein.

    Und in seinem Gottesdienst sang man nicht nur das Ave Maria sondern auch das Partisanenlied...

    RUHE IN FRIEDEN

  • italienischer Rechtspopulist aus der Fraktion des Europaparlaments suspendiert

    Der italienische Europaparlamentarier der rechtspopulistischen Lega Nord, Mario Borghezio, ist von der euroskeptischen Fraktion EFD im Europa-Parlament suspendiert worden, nachdem er wegen rassistischer Kritik an Italiens farbiger Integrationsministerin Cecile Kyenge unter Beschuss geraten war.

    In einem Interview hatte sich der Lega-Hardliner mit herablassenden Worten über die afrikanische Herkunft Kyenges geäußert und den Beschluss des Premiers Enrico Letta scharf kritisiert, eine Migrantin aus dem Kongo zur Ministerin zu ernennen.

    Die EDF-Fraktion wird im Juni entscheiden, ob Borghezio ausgeschlossen werden soll.

    Auf der Webseite Change.org war in den vergangenen Tagen eine Petition für den Rücktritt des Europa-Abgeordneten gestartet worden. In Kürze waren tausende Unterschriften gegen Borghezio gesammelt worden.

    Borghezios Parteikollege im Europa-Parlament und Fraktionschef der EFD, Francesco Speroni, berichtete, dass vor allem die englischen Euroskeptiker Druck für einen Ausschluss Borghezios machen.

    Unter der Drohung seines Ausschlusses entschuldigte sich Borghezio bei der Ministerin. „Ich nehme meine Worte zurück und entschuldige mich bei der Ministerin. Ich bedauere, dass ich das Europaparlament und meine Fraktion in Verlegenheit gebracht habe“, betonte Borghezio.

    Die 49-jährige Kyenge, die erste farbige Ministerin Italiens, ist schon wiederholt im Internet zum Opfer rassistischer Beleidigungen geworden.

    Die Ärztin, die seit Jahren mit ihrer Familie in der Emilia Romagna lebt, lässt sich nicht beeindrucken und verteidigte kürzlich in ihrer ersten Ansprache als Ministerin ihre multikulturelle Herkunft.

    apa
    Quelle:
    http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Politik/Lega-Hardliner-aus-Fraktion-des-Europaparlaments-suspendiert

    Seine Entschuldigung wird hoffentlich nicht viel bringen, denn:

    Zitat:

    Der italienische EU-Abgeordnete Mario Borghezio von der Lega Nord hat seine Partei mit Sympathie-Kundgebungen für den norwegischen Attentäter in Bedrängnis gebracht. "Hundert Prozent von Breiviks Ideen sind gut, einige sogar sehr gut", urteilte er in einer Radiosendung.

    weiterlesen hier:
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/EKLAT-Politiker-lobt-Ideen-des-Taeters;art4306,1055832

    Glücklicherweise rutschte seine Partei, die Lega Nord" bei den letzten Wahlen auf nur knapp 4% der Wahlstimmen, da auch diese Partei sich mehr mit Steuerhinterziehung, Amtsmissbrauch,Veruntreuung von Parteigeldern usw ihrer eigenen Mitglieder beschäftigen muss.
    Gerade diese Partei warf dem Süden diese Vergehen vor, ohne sich um ihre eigenen Angelegenheiten oder Parteimitglieder zu kümmern.

    Tja, wer im Glashaus sitzt....

  • Italien, ein Land, wo nicht nur die Zitronen blühen, sondern der Hunger umgeht

    ...und nicht nur im äußersten Süden des Landes, wie man vielleicht denkt.

    Nein, auch den Norden hat es voll erwischt.

    Siehe nachfolgenden Bericht aus:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftskrise-stuerzt-millionen-italiener-in-armut-a-901215.html

  • So schnell wird man berühmt...zur richtigen Zeit am richtigen Ort

  • Frauenrechtsgruppe Femen planen weitere Aktion beim Eurovision Song Contest

    Eurovision Song Contest nach Femen-Aktion abgesagt

    Aus Angst vor weiteren Protesten der Frauenrechtsgruppe Femen machen die Veranstalter des Eurovision Song Contest einen Rückzieher. Die musikdiskriminierende Veranstaltung wird nicht stattfinden.

    Von Karl Sack-Reis

    Großer Erfolg für die Frauenrechtsgruppe Femen: Der Eurovision Song Contest (ESC) findet aus Angst vor Übergriffen der Aktivistinnen nicht statt. Auslöser waren die jüngsten Femen-Proteste gegen die Eröffnung einer Erlebnisausstellung in Berlin, die das Leben und Werk von Barbie würdigt.

    "Femen hat uns die Augen geöffnet", sagt ESC-Chef Jon Ola Sand, "wir müssen selbstkritisch einräumen: Verglichen mit unserer Veranstaltung ist das Barbie Dreamhouse ein harmlos surreales Puppenhaus".

    Fragwürdiges Frauenbild

    Und in der Tat: Schon seit Jahrzehnten steht der europäische Wettbewerb in dem Ruf, ein ausgesprochen fragwürdiges Frauenbild zu propagieren. "Beim ESC und seinem Grand-Prix-Vorgänger wurde immer wieder erfolgreich der Eindruck vermittelt, dass Frauen einen extrem schlechten Musikgeschmack haben. Das prangere ich an!", erklärt unter anderem der Feminismus-Experte Bushido, der sich aus Protest an das Berliner Barbie-Haus hat anketten lassen. Man werde es der Schlampe, die sich das ausgedacht habe, schon zeigen, so der Erfolgsrapper.

    Wie es aussieht, drohte dem ESC in Malmö ein ähnlich groß angelegter Angriff der Femen-Protestlerinnen. Offenbar war es einer Aktivistin sogar schon gelungen, sich in den beiden Halbfinal-Shows auf die Bühne zu schmuggeln. "Sie hatte fast nichts an und tat so, als würden sie singen. Es war fürchterlich", berichten schockierte Augen- und Ohrzeugen. Auch ESC-Chef Sand zeigt sich beunruhigt: "Besonders perfide ist, dass sich die Demonstrantin als Kandidatin Weißrusslands ausgab und daraufhin auch noch ins Finale gewählt wurde!"

    Auch die Männer protestieren

    Überschattet wurden die Halbfinal-Vorausscheidungen durch anhaltende Proteste der internationalen Männerrechtsgruppe "Ken", die sich ins Publikum gemischt hatte und mit lautstarkem Applaus und leicht effeminiertem Jubeln ihrem Unmut Luft machte. Die Unzufriedenheit ist nicht eben klein: Laut "Ken" reduziert der ESC die Aufgabe von Homosexuellen auf schrilles Schunkeln und Trash-gut-Finden.

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    Quelle:
    http://www.welt.de/satire/article116300319/Eurovision-Song-Contest-nach-Femen-Aktion-abgesagt.html

  • Syrien...die Lage spitzt sich zu

    Nicht nur die Russen verlegen ihre Schiffe ins Mittelmeer.

    Auch die Amerikaner haben auf Sizilien die Anzahl ihrer Kampfhubschrauber erhöht und wie ich von Freunden aus dieser Region hörte, machen sie vermehrt Übungsflüge über die Insel.

    Russland verlegt Kriegsschiffe ins Mittelmeer
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 17.05.13, 09:48

    Erstmals seit Jahrzehnten haben Schiffe der russischen Pazifikflotte über den Suezkanal das Mittelmeer erreicht. Auch die USA haben Schiffe in die Region verlegt. Die Lage spitzt sich zu.

    Unter den russischen Kriegsschiffen, die ins Mittelmeer verlegt wurden, ist der Zerstörer Admiral Panteleyev.
    Kriegsschiffe der russischen Pazifikflotte haben das erste Mal seit Jahrzehnten das Mittelmeer erreicht, sagte ein Militär-Sprecher am Donnerstag. Auch die USA verlegten diese Woche Kriegsschiffe in die Region.

    „Das Einsatzkommando hat erfolgreich den Suezkanal durchquert und das Mittelmeer erreicht“, zitiert Ria Novosti den Militär Roman Martov. Die Kriegsschiffe sind auf dem Weg nach Zypern, wo sie in den Hafen von Limassol einlaufen werden.

    Unter den Kriegsschiffen ist der Zerstörer Admiral Panteleyev, die amphibischen Kriegsschiffe Peresvet und Admiral Nevelskoi, das Tankschiff Pechenga und der Rettungsschlepper Fotiy Krylov. Sie haben den Hafen von Vladivostok am 19. März verlassen, um Russlands Mittelmeerflotte zu verstärken.

    Zum Einsatzkommando gehören derzeit der große U-Boot-Zerstörer Severomorsk, die Fregatte Yaroslav Mudry, die Rettungsschlepper Altai und SB-921 und das Tankschiff Lena von der Nordflotte und der baltischen Flotte. Hinzu kommt das Landungsschiff Azov von der Schwarzmeerflotte. Auch nukleare U-Boote könnten das Einsatzkommando noch verstärken, hatte Admiral Viktor Chirkov am Sonntag gesagt.

    Die Sowjetunion hatte von 1967 bis 1992 ein Geschwader aus 30 bis 50 Schiffen im Mittelmeer. Dies wurde geschaffen, um im kalten Krieg der 6. Flotte der US-Navy zu begegnen. Es scheint, dass dieses Geschwader nun wiederaufersteht.

    Quelle:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/17/russland-verlegt-kriegsschiffe-ins-mittelmeer/

  • Ist die Lage in der Euro-Zone kritischer als wir alle annehmen? Schäuble haut jetzt auf den Tisch

    Schäuble verliert die Nerven:
    EU ist zu langsam bei der Rettung!

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 16.05.13, 15:35

    Wolfgang Schäuble wird nervös: Die Euro-Rettung gehe nicht schnell genug. Alle Bemühungen, den Süden Europas zu retten, würden von der EU-Kommission mit endlosen Kompetenz-Streitigkeiten verschleppt. Die Attacke Schäubles trägt panikhafte Züge. Offenbar ist die Lage der Euro-Zone weitaus schlimmer als von der Politik eingeräumt.

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erkennt offenbar, dass die EU als zentralistische Organisation gewisse Schwierigkeiten hat, die Euro-Krise in den Griff zu bekommen. Beim WDR-Europaforum in Berlin sagte Schäuble, es ärgere ihn, dass die EU-Kommission Hilfen für Griechenland und Portugal verzögere.

    Im Falle Griechenlands habe EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso den Vorschlag Luxemburgs abgelehnt, die Zuständigkeiten in der Kommission zu bündeln. Es sind weiter mehrere Kommissare zuständig, die ihre Zeit offebnar vor allem damit zubringen, über Kompetenzen zu streiten. Schäuble: „Am Ende geschieht nichts, weil sie sich gegenseitig blockieren.“

    Schäuble wörtlich:

    „Wir haben Kreditprogramme für Portugal der Europäischen Investitionsbank (EIB), die in der Generaldirektion Wettbewerb seit einem Jahr nicht genehmigt werden.“

    „Wir können Europa nicht bauen, indem wir einer ganzen Generation sagen, ihr müsst zehn Jahre lang warten. Deshalb müssen wir jetzt schneller machen.“

    Diese harten Worte zeigen, dass die Euro-Retter offenbar heillos mit der Lösung der Krise überfordert sind. Tatsächlich hat sich trotz der Überweisung von Milliarden aus den Rettungstöpfen an die Banken der Südstaaten die gesamtwirtschaftliche Lage in allen Ländern verschlechtert.

    Schäubles Drängen deutet darauf hin, dass sich die Risse in der EU vertiefen. Man gewinnt den Anschein, als hätte die gegenseitige Zuweisung der Schuld für den Fall eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone nun mit voller Kraft eingesetzt.

    Schäubles Kritik belegt jedoch auch, dass jede zentralistisch gesteuerte Wirtschaftspolitik zu Scheitern verurteilt ist. Denn in Brüssel ist niemand wirklich verantwortlich dafür, dass es den Jugendlichen in den südeuropäischen Staaten besser geht.

    Die von niemandem gewählten Kommissare sind niemandem verantwortlich.

    Sie interessieren sich nur für ihr eigenes Fortkommen.

    Der nicht demokratisch legitimierte Zentralstaat in Brüssel ist kein Staat für die Menschen, sondern ein System für die Bürokraten.

    Brüssel kann die Euro-Krise nicht lösen.

    Schäuble will nun mehr bilaterale Aktivitäten entfalten, etwa einen gemeinsamen Ausbildungspakt mit Spanien.

    Das ist lobenswert.

    Aber auch dieser Aktionismus bringt kurzfristig nichts.

    Die hektischen Aktivitäten legen den Verdacht nahe, dass es die Lage in der Euro-Zone viel kritischer ist als die Politiker nach außen hin einräumen.

    Quelle:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/16/schaeuble-verliert-die-nerven-eu-ist-zu-langsam-bei-der-rettung/

    Da fragt man sich, warum werden diese Leute eigentlich noch bezahlt und das auch noch von unseren Steuergeldern

  • Italien...und die anscheinend nie endende Story Berlusconi

    Sollte Italien sich jetzt nicht eigentlich auf wichtigere Dinge konzentrieren, als in allen TV-Sendern über Berlusconis Prozesse zu berichten.

    Egal, welchen Sender man einschaltet:
    Berlusconi hier, Berlusconi da.

    Es gibt wichtigeres im Moment, denke ich.

    Die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit, täglich schließen durchschnittlich 7000 Kleinunternehmen ihre Pforten, der Immobilien- und Baumarkt ist total zusammen gebrochen, die neu gewählten Abgeordneten haben erst einmal nichts anderes zu tun, wie für ihre Angehörigen Pöstchen in verschiedenen Amtsstuben zu besorgen.

    Die Selbstmordrate aus finaziellen Gründen ist auf 5 Personen täglich angestiegen.

    Und nichtsdestotrotz steht Berlusconi mit seinen privaten Problemen im Mittelpunkt.

    Dass z.B. die "Movimento 5 Stelle" Probleme damit hat, ihre Abgeordnetenbezüge, die sie, bis auf 2500Euro, in einen Fond einbezahlen möchten, der für die private Wirtschaft als Mikrokredite, oder für Hilfsorganisationen dienen soll, darüber wird kaum berichtet.

    Laut Gesetzt müssen Abgeordnetenbezüge voll ausbezahlt werden.

    Mein Gott, da könnte man dieses Gesetz doch schnell mal ändern.

    Aber nein, da müssten andere ja eventuell Zugeständnisse machen.

    Also wirklich wichtige Themen, erfährt man nur um die Ecke.

    Bei "ntv" habe ich einen interessanten Bericht über die derzeitige Lage in Italien gefunden, den mir ital.Freunde in Telefonaten bestätigen können.

    Berlusconi, der nackte Kaiser
    Italien ist in einer Traumwelt gefangen

    Von Udo Gümpel, Rom
    (Anm.: Udo Gümbel ist sehr oft im italienischen TV als Gast bei politischen Talkshows zu sehen und er sagt dort, ohne mit der Wimper zu zucken, was er von der italienischen Regierung und ganz besonders Berlusconi denkt...und er wird immer wieder gerne eingeladen.)

    Ganz Italien weiß, was bei Berlusconis "eleganten Abenden" in Mailand passiert ist: Seine Villa war "das Zentrum systematischer Prostitution", so die Anklage. Doch egal, wie bunt Berlusconi es treibt - niemand interessiert sich dafür. Italien steckt in einer Märchenwelt fest.

    Das Problem Italiens ist nicht Silvio Berlusconi, das Problem sind die Italiener. Beziehungsweise der unbedingte Wunsch sehr vieler Einwohner dieses schönen Landes, sich eine ganz eigene Welt zu schaffen, die ganz aus Hoffnungen und Träumen besteht, in der es sich leicht lebt, in der die Könige gut sind und die Bösen rote Haare haben - eine Märchenwelt eben.

    Der Prozess gegen den früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wegen Amtsmissbrauch und Anstiftung zur Prostitution ist das jüngste und auch erstaunlichste Beispiel für die Dimension, die die Verkennung der Wirklichkeit erreichen kann. Egal, wie bunt Berlusconi es treibt: Er kann sicher sein, dass man seiner Version der Ereignisse mehr Gewicht gibt als den 300 Seiten Untersuchungsbericht der Polizei.

    Im Ruby-Prozess - das Urteil wird am 24. Juni in Mailand erwartet- geht es um Dutzende junge Mädchen, die laut Anklage Sex-Dienste in der Villa Berlusconis verrichteten, mit ihm als direktem Nutznießer. Es geht - wie es die Anklage aufgeführt hat - um Summen in der Größenordnung von über 20 Millionen Euro, und es geht auch darum, wie Berlusconi seine Macht als Regierungschef missbrauchte, um diese Sexorgien nicht ans Tageslicht kommen zu lassen.
    Die Schecks fließen weiter

    Nach Berlusconis Darstellung fanden in den Jahren 2008 bis 2010 nur "elegante Abendessen" in seiner Privatvilla in Arcore bei Mailand statt. Der Ermittlungsbericht spricht allerdings eine andere Sprache. Darin stehen Dutzende Zeugenaussagen, Abschriften hunderter abgehörter Telefongespräche, Konto-Auszüge, die nur eine Interpretation zulassen. Diese hat die (rothaarige) Staatsanwältin Ilda Boccassini am letzten Gerichtstag in Rom in einem zehnstündigen Strafantrag in einer solchen Detailtreue ausgebreitet, dass die Journalisten vor lauter Zahlen, Daten und Fakten kaum noch mitkamen beim Aufschreiben.

    In Arcore, so die Anklage, wurden regelmäßig Sex-Orgien nach dem Bunga-Bunga-a-tergo-Ritus veranstaltet, mit dem damaligen Ministerpräsidenten Italiens im Mittelpunkt. Sex gegen Bezahlung, zuerst nach Tages-Leistung ausgezahlt, später als monatlicher Scheck, auch das Appartement wurde bezahlt. Den Scheck bekommen die Damen bis heute, monatlich fließen dafür, so erzählen es die Chronisten im Gerichtssaal, immer noch 120.000 Euro von den Konten Berlusconis ab. Die Anklage nennt das "Schweigegeld", die Lebensversicherung Berlusconi: Die Damen haben "Bingo" gemacht, sagt man dazu in Italien.

    Seine Version der Fakten lässt Berlusconi über den eigenen Fernsehsender Canale 5 erzählen. Schön, wenn man am Abend vor dem Prozesstag so etwas kann, das würden sich viele Angeklagte wünschen.
    "Berlusconi ist unsterblich geworden für die Italiener"

    Das Lustige am Berlusconi-Film im eigenen Sender über die "eleganten Abende" bei sich zu Hause ist, dass außer Ruby keine Protagonistin zu Wort kommt. Klugerweise, möchte man sagen. Schon deren alleiniges "bewegtes" Auftreten, vielleicht noch garniert mit kurzen O-Tönen, hätte selbst vollkommen naive Zuschauer, davon überzeugt, dass die Annahme der Staatsanwaltschaft richtig ist: "Berlusconis Villa in Arcore war das Zentrum systematischer Prostitution."

    Die Berlusconi-Regisseure hatten gar keine andere Wahl: Sie mussten den Zuschauern die Damen vorenthalten, die normale Menschenkenntnis hätte bei der Betrachtung der konkreten Fälle genügt, um zu begreifen, dass diese Damen üblicherweise nicht an "eleganten Abenden" teilnehmen, bei denen Konversation gepflegt und englischer Tee getrunken wird.

    Wie sollte man auch die mitgehörten Streitereien der Lebedamen ums Geld, um die Begünstigungen, um Rollen in Berlusconi-Sendungen sonst erklären? Oder den mittlerweile berühmten Mitschnitt Rubys, die zu einer Freundin nur lapidar meinte: "Wenn die Noemi der Augenstern Berlusconi ist, dann bin ich der Arsch." Zur Erläuterung: Noemi ist eine andere Minderjährige, die Berlusconi vor Ruby frequentiert hatte; sie war der Auslöser des Scheidungsantrags seiner Ehefrau Veronica Lario.

    Trotz alledem würden heute wieder 35 Prozent der Italiener dem Ritter der Arbeit, dem "Cavaliere", bei Neuwahlen die Stimme geben. Wie ist das zu erklären? "Berlusconi ist unsterblich geworden für die Italiener", meint der Gerichtsreporter der Berlusconi-kritischen Tageszeitung "Il Fatto Quotidiano", Gianni Barbacetto: "Er ist Teil der imaginären Märchenwelt des Fernsehens, so unsterblich wie die Schlümpfe oder die Serienstars, er gehört auf immer zur italienischen Familie."

    Polizeipräsidium unter Feuer

    Für ein Land, in dem an vielen Orten noch immer der katholische Pfarrer die Moral diktiert, ist das schon eine erstaunliche Metamorphose. Die "rote Hilde", die stellvertretende Generalstaatsanwältin von Mailand, also ein echtes Schwergewicht der italienischen Justiz, wollte Berlusconi Gerechtigkeit antun bei der Formulierung der Anklagepunkte. Nicht mehr Anstiftung zur Prostitution warf sie ihm vor, weil Ruby schon vor den sieben Begegnungen mit Silvio als Prostituierte gearbeitet habe, sondern nur noch Sex mit einer Minderjährigen. Eine Straftat, die mit einem Jahr Gefängnis geahndet wird, und extra von Berlusconi ins Strafgesetzbuch aufgenommen worden war. Das hat Staatsanwältin Ilda Boccassini ein paar Mal betont, ihre Art von Humor.

    Brutal normal aber ging es stundenlang weiter beim viel schwerwiegenderen Anklagepunkt. Das ist der Verlauf der Nacht vom 27. Mai 2010, als Ruby aufs Polizeipräsidium von Mailand gebracht wird. Eine Bekannte hatte sie des Diebstahls angezeigt. Schnell kommt heraus dass Ruby a) erst 17 Jahre und damit minderjährig ist, b) marokkanischer Abstammung mit Namen Karima el-Marough, c) dass sie aus einer Einrichtung des betreuten Wohnens in Sizilien geflohen ist und d) dass sie kein reguläres Einkommen hat, sondern im Verdacht der Prostitution steht.

    Eine Jugendrichterin beschließt, wie in solchen Fällen üblich, sie erneut in eine betreute Wohnung einzuweisen, in Mailand. Noch in dieser Nacht fängt Silvio Berlusconi an, die höchsten Polizeioffiziere Mailands mit Telefonaten aus dem fernen Paris zu bombardieren. Berlusconis Machtapparat nimmt mit "geradezu militärischer Präzision", wie die Staatsanwältin es beschreibt, das Polizeipräsidium von Mailand unter Beschuss, um die Minderjährige freizubekommen.

    Der Grund liegt auf der Hand: Sie darf auf keinem Falle von ihren Abenden bei Berlusconi berichten, sich der Bekanntschaft rühmen, den Zirkus der "eleganten Abende" auffliegen lassen.

    Am Ende erreicht Berlusconi sein Ziel, unter dem Druck einer offenkundigen Lüge - er behauptet, Ruby sei die Nichte des ägyptischen Staatschefs Mubarak, und wenn man sie nicht freilasse, käme es zu diplomatischen Zwischenfällen mit Ägypten.

    Einem Schlumpf ist ja auch alles erlaubt

    Zu diesem Zeitpunkt weiß man im Polizeipräsidium aber bereits mit absoluter Gewissheit, dass Ruby eine gesuchte Minderjährige marokkanischer Herkunft ist, die in ein Heim eingewiesen werden muss - dennoch gibt die Polizeiführung Mailands dem Druck nach und die "Zahnhygiene-Spezialistin" Nicole Minetti, laut Anklage die Organisatorin der Bunga-Bunga-Feste in Arcore, bekommt Ruby als "erwachsene Betreuerin und für ihr Wohl verantwortlich" anvertraut. Doch Minette nimmt die Minderjährige nicht mit nach Hause zu sich, wie es zu erwarten gewesen wäre, um ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen, sondern bringt Ruby noch in der Nacht zu einer Freundin, einer Prostituierten.

    Die Italiener kennen nun zweifellos viele Details dieser traurigen Geschichte, in der ein Regierungschef seine Amtsposition missbraucht, um eine Gespielin am Auspacken zu hindern - so stellt sich der Abend jedenfalls in den Augen der meisten Beobachter dar. Die Italiener wissen, dass Berlusconi die Justiz und sie alle auf den Arm nimmt mit der Geschichte der Nichte Mubaraks. Dennoch lässt er einmal sogar allen Ernstes das Parlament darüber abstimmen, dass seine Behauptung in dieser Nacht wahrhaftig von ihm selbst geglaubt wurde. Berlusconis Macht ist so groß, dass er seine eigenen Abgeordneten zwingen kann, zu bescheinigen, dass der Kaiser Kleider trägt.

    Wenn Berlusconi heute wieder der politisch mächtigste Mann Italien ist, der die vermeintlichen Wahlsieger der Demokratischen Partei vor sich her treibt wie Wildschweine beim Kesseltreiben, dann, weil er der Protagonist der italienischen Märchenwelt geworden ist. Er ist unsterblich: Einem Schlumpf ist ja auch alles erlaubt. In einer Folge mag er dummes Zeug gemacht haben, in der nächsten Folge wird er es schon wieder richten. Wir schalten nicht ab.

    Solange das Land den Ausschalter für diese Art von Geschichten nicht findet, beginnt das bunte Treiben jeden Tag aufs Neue, ohne jede Erinnerung an das, was gestern passiert ist. Italien ist gefangen in seiner eigenen Traumwelt.

    Quelle:
    http://www.n-tv.de/politik/Italien-ist-in-einer-Traumwelt-gefangen-article10647036.html

  • Meenz (Mainz), eine Stadt, die man einfach lieben muss...und wenn nicht, dann kommste von "de eebsch Seit"

    Wenn man über die Theodor-Heuss-Brücke (Rhein) von Wiesbaden (Landeshauptstadt von Hessen nach Mainz (Landeshauptstadt Rheinland-Pfalz) fährt,

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    blickt man auf das => „Deutschhaus“
    Ein prächtiger Bau aus der Barockzeit, in dem sich der rheinland-pfälzische Landtag befindet.

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    Daneben steht das => „Kurfürstliche Schloß zu Mainz“ in dem jedes Jahr die Karnevalssitzung oder besser gesagt „Fassenachtssitzung“ stattfindet, die im TV landesweit übertragen wird.

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    Ein echter „Meenzer“ jedoch schaut, egal von woher er kommt, zuerst nach dem Dom, dessen Kuppel von überall her zu sehen ist (Höhe des Westturms: 83,50 m (mit Wetterhahn) .

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    Aber auch die Protestanten scherzen nicht mit „Ihrer Christuskirche“, denn sie ist nur ca. 3m Meter kleiner, als ihr katholischer „Gegner“ .


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    Mainz ist eine sehr lebhafte Stadt, was an den vielen Studenten, jedoch hauptsächlich an den feierfreudigen Bewohnern im Allgemeinen liegt.

    Es mag vielleicht am Wein liegen, der in den nahen Anbaugebieten hergestellt und in den unzähligen kleinen Weinstuben, nicht nur in der Altstadt, sondern aufs ganze Stadtgebiet verteilt, angeboten wird.

    Schon am frühen Nachmittag bekommt man in manchen Weinlokalen, ganz besonders in der Altstadt, rund um die Augustinerstraße, kaum einen Platz. Die Rentner trinken ihr „Schöppche“ und essen dazu einen „Handkäs mit Musik“ oder „en Ring Fleischworscht“
    Und wenn es in den Weinstuben manchmal auch sehr beengt ist, wird zusammen gerückt. Man setzt sich eben „zusamme“.

    Verlässt jemand wieder das Lokal, weil kein freier Tisch vorhanden ist, und der Gast sich auch nicht mit anderen zusammen an einen Tisch setzen will, dann sagt der Mainzer:
    „Der kam von => „de eebsch Seit“,
    was heißen soll, dass die Gäste aus Wiesbaden kamen, also von der anderen Rhein-Seite.

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    Doch nicht nur in den Weinlokalen erlabt man sich dem süffigen Getränk, sondern Mainz bietet unzählige Straßen-/Weinfeste, zu denen die Besucher von weit her kommen.
    Da sind z.B., die erst seit 2 Jahren bestehenden Weintage, denn es musste unbedingt noch ein Fest neben dem Johannisfest, dem Oktoberfest, dem Volksparkfest, dem Maimarkt und dem gemütlichen Weihnachtsmarkt her.
    (Wahrscheinlich werden sie sich noch mehr Feste einfallen lassen. Erstens ist das gut fürs Gemüt und die Kassen der Geschäftsleute klingeln, was auch wiederum gut für den Stadtsäckel ist.)

    Am Ufer des Rheins stellen die unzähligen Winzer aus dem Rheingau und Rheinhessen ihre Buden auf, an denen man ihre Weine probieren kann und es geht bei vielen weit über das Probieren hinaus, denn bei diesen Festen trifft man sich und da der „Meenzer“ wirklich kein Fest auslässt, sind diese alle sehr gut besucht…auch wenn das Wetter manchmal nicht mitspielt.

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    Ach..und natürlich darf ich den Gutenberg-Marathon nicht vergessen, der gerade am 12.05. stattfand und durch die ganze Stadt führt.
    Man sollte nicht versäumen sich den Start anzuschauen, denn wenn gut 7000 Läufer gleichzeitig starten, ist das schon ein berührendes Gefühl.

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    Schade finde ich, dass von den „Handbikern“, die 10 Minuten vor dem Marathon starteten kaum in der Tageszeitung zu lesen ist.
    Behinderte stehen eben immer noch nicht auf gleicher Stufe mit den „Normalen“
    Schade…ich habe sie bewundert und dafür gibt es auch ein paar Fotos.

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    Und weil die „Meenzer“ immer einen Grund finden, um auf den Straßen zu tanzen, werden die Läufer an verschiedenen Stellen der Stadt mit Musik angefeuert.

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    Nun noch ein paar Ansichten auf die wunderschönen alten Kapitänshäuser, die sich am Rheinufer befinden. Dort wohnten früher die Schiffskapitäne, als noch die großen Handelsschiffe bei Mainz anlegten.

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    Und diese Häuserfassaden kann man bewundern, wenn man am Rheinufer spazieren geht.

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    Und tritt man durch die Schloss-Tore von der Ufer-Seite her, ist man auch sofort in der Stadt

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    Ich muss gestehen, dass der Blick auf die hessische Seite ebenfalls seine Reize hat.
    Am Horizont kann man bei schönem Wetter den Taunus sehen, mit dem großen und kleinen Feldberg.

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    Natürlich lohnt sich auch ein Gang über den Domplatz, auf dem an 3 Tagen in der Woche der Bauernmarkt stattfindet und man sich anschließend in den vielen Cafe’s niederlassen kann.

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    Selbstverständlich befinden sich neben dem -=>Gutenberg-Museum in Mainz an verschiedenen Plätzen auch Statuen des Erfinders des modernen Buchdrucks.

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    Im Sommer, bei schönem Wetter, laden die vielen Strandbars ein, die sich auf beiden Seiten des Rheins befinden.
    Morgens genießt man die Sonne auf der Mainzer Seite und nachmittags muss man leider auf die „eebsch Seit“, denn wenn die Sonne hinter der Mainzer Neustadt langsam untergeht, sitzen die Wiesbadener immer noch auf der Sonnenseite.

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    (Und bis jetzt ließ man die Mainzer am Abend immer noch „ibber die Brick.“)

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    Außerdem benutzt jeder echte „Meenzer“ einmal in seinem Leben das Riesenrad dazu, um über die Dächer seiner Stadt blicken zu können.

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    In der Neustadt (Stadtteil von Mainz) befindet sich => „Neue Synagoge Mainz“

    Davor sind noch sehr gut die =>„Fragmente der Vorhallenkolonnade“
    der ehemaligen Hauptsynagoge zu erkennen, die nachts beleuchtet ist

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    Natürlich darf die „Fassenacht“ in diesem Bericht nicht vergessen werden, die traditionell am 11.11. um 11Uhr11 am Fassnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz beginnt.

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    Manchmal habe ich in Mainz jedoch das Gefühl, dass hier immer „Fassenacht“ ist und ganz besonders, wenn „Mainz 05“ spielt.
    Die Stadt wird an diesen Tagen rot-weiß. Überall hängen Fahnen aus den Fenstern, die Stadt ist bevölkert mit Menschen, die mindestens einen rot-weißen Schal tragen.
    Und wenn nach einem verlorenen Spiel, die Fans mit gesenktem Kopf durch die „Gasse“ nach Hause ziehen, möchte man sie am liebsten alle umarmen und trösten.

    Ach, es gäbe über Mainz noch so viel zu berichten…doch ich glaube…für heute reicht das erst mal.

  • Berlusconi heute auch in 2.Instanz wegen Steuerhinterziehung zu vier Jahren Haft verurteilt

    Außerdem darf er 5 Jahre lang keine öffentlichen Ämter begleiten.

    Wie ich ihn jedoch kenne wird er auch die 3.Instanz anrufen und das dauert dann wieder ein paar Jahre.

    Außerdem steht noch der "Ruby-Prozess" an. Hier wird ihm Sex mit Minderjährigen vorgeworfen.

    Und trotzdem lieben seine Anhänger ihn und nach neusten Umfragen steigt seine Beliebtheit wieder.

    Würde heute gewählt, würden ihm knapp 30% derjenigen, die wählen würden, ihre Stimme geben.

    Ich hab die Italiener bis heute noch nicht verstanden und werde es wohl auch nie tun.

    http://www.focus.de/politik/ausland/italien-berlusconi-auch-im-berufungsprozess-wegen-steuerbetrugs-verurteilt_aid_984640.html

    http://www.infiltrato.it/notizie/italia/mediaset-confermata-la-condanna-a-berlusconi-il-cav-barcolla

  • Tod Andreottis...Wieviele Geheimnisse nimmt er wohl mit ins Grab

    94...kein schlechtes Alter.

    Doch auch er, wie wir alle irgendwann, musste diese Erde verlassen.

    Ob er in den Himmel oder die Hölle kommt, dass wird er jetzt schon wissen.

    Im Himmel wird es wohl sehr langweilig sein, wenn man bedenkt, was ihm alles nachgesagt wurde.
    Also rumsitzen und nichts tun...nee, nicht sein Ding.

    In der Hölle würde er mehr Aufmerksamkeit erlangen, denn dort werden sich so einige seiner Weggefährten befinden und dort können sie weiter ihre Fäden ziehen.

    Giulio Andreotti und der Nachruf in der Süddeutschen Zeitung:

    Zum Tod von Giulio Andreotti
    Italiens schwarzer Papst

    Er gehörte mehr als 30 Regierungen der Nachkriegszeit an und prägte die italienische Politik wie kaum ein anderer. Giulio Andreotti war gefürchtet für Klientelismus, politische Absprachen und seinen unbedingten Willen zur Macht - was ihm Respekt und viele Feinde einbrachte. Jetzt starb der konservative Politiker im Alter von 94 Jahren.

    "Ein Leben an der Macht", so lautet die Überschrift in der Online-Ausgabe des Mailänder Corriere della Sera, einer der größten Zeitungen Italiens.

    Der Satz umreißt die Karriere des Giulio Andreotti ganz gut, denn tatsächlich war er eine der dominanten Figuren der italienischen Nachkriegspolitik. Der konservative Politiker, geboren 1919, gehörte seit 1945 sämtlichen Parlamenten an. Sieben Mal war er Regierungschef, acht Mal Verteidigungsminister, fünf Mal Außenminister, außerdem Wirtschafts-, Finanz-, Industrie-, Innen-, Europa- und Kulturminister. Es gibt kaum ein Amt, das er in den zahlreich wechselnden und häufig nur kurz amtierenden italienischen Regierungen nicht innehatte.

    Jetzt ist Giulio Andreotti tot. Er starb am Montag im Alter von 94 Jahren in Rom, teilte seine Familie mit. Wie der Corriere unter Berufung auf Kreise im italienischen Präsidentenpalast berichtet, soll bereits morgen ein Staatsakt zu Ehren des ehemaligen Ministerpräsidenten abgehalten werden. Die eigentliche Beisetzung findet allerdings nur im Beisein der Familie statt.

    "Macht", so hat Andreotti angeblich einmal gesagt, "verschleißt nur den, der sie nicht hat." Es war so etwas wie das Lebensmotto des charismatischen Politikers, der jahrzehntelang einer der wichtigsten Köpfe der Democrazia Cristiana, also der italienischen Christdemokraten, war - jener Partei, die in der Nachkriegszeit die Politik in Italien dominierte und die meiste Zeit auch den Regierungschef stellen konnte.

    1947 wurde Andreotti mit 28 Jahren erstmals ins Parlament gewählt, 1954 war er erstmals Minister. Von da an begann sein stetiger Aufstieg. 1972 führte er seine erste Regierung. Schon damals galt: Wo die Macht war, da war Andreotti. Und das blieb noch Jahrzehnte so.
    Mehrfach wurden ihm Verbindungen zur Mafia nachgesagt

    Andreotti verkörpert wie kaum ein anderer Politiker das System der sogenannten Ersten Republik in Italien. Es war geprägt von Klientelismus, Vetternwirtschaft und von politischen Absprachen. Es gibt kaum einen Skandal, in dessen Zusammenhang Andreottis Name nicht genannt wird: Verstrickungen in die Ermordung des christdemokratischen Politikers Aldo Moro, Machenschaften mysteriöser Geheimlogen, dubiose Bankgeschäfte des Vatikans. "Außer für die Punischen Kriege", so sagt er einmal spöttisch in einem Fernsehinterview, "wird mir für ziemlich alles die Schuld zugeschoben."

    Mehrfach wurden Andreotti außerdem Verbindungen zur Mafia nachgesagt, doch in sämtlichen deswegen angestrengten Prozessen konnte er sich einer Bestrafung entziehen. Entweder wurde er aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt oder die Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität scheiterte. So wurde er zum Beispiel im Jahr 2003 nach jahrelangen Prozessen vom Verdacht der Zusammenarbeit mit der Mafia freigesprochen, nachdem ihn ein Gericht im Jahr zuvor noch zu 24 Jahren Haft verurteilt hatte.

    Eines der wichtigsten politischen Anliegen Andreottis war Zeit seines Lebens die Isolierung der Kommunisten, die in Italien stark waren und in den siebziger Jahren teilweise Stimmenergebnisse von bis zu 30 Prozent erreichten. Andreotti sah sich dabei in Einklang mit der außenpolitischen Linie der USA, die eine Ausbreitung des Kommunismus in Südeuropa unbedingt verhindern wollten.

    Im Zuge des Korruptionsskandals der frühen neunziger Jahre, in dem das gesamte etablierte italienische Parteisystem zerbrach, musste auch Andreotti sein Amt aufgeben. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde er 1992 zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Auch in den letzten Jahren vor seinem Tod engagierte er sich noch in der Politik des Landes. So bewarb er sich 2006 für das Parteienbündnis des damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi um das Amt des Senatspräsidenten.

    "La Volpe", zu deutsch: der Fuchs, so wurde Andreotti wegen seines politischen Geschicks häufig genannt. Seine Gegner nannten ihn auch häufig "Beelzebub" oder "schwarzer Papst", wegen seiner guten Verbindungen zum Vatikan.

    Im vergangenen Jahr wurde Andreotti mehrfach mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert. Medienberichten zufolge litt er unter Herzrhythmusstörungen.

    In einem Interview mit der Zeitung La Repubblica erklärte er im Jahr 2009, dass er, wenn er einmal sterben würde, "einige Geheimnisse mit ins Paradies nehmen" werde. Ins Paradies? "Ja, das glaube ich wirklich", sagte der gläubige Katholik. "Aber nur wegen der Güte Gottes, nicht weil ich es verdienen würde."

    Quelle:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/zum-tod-von-giulio-andreotti-italiens-schwarzer-papst-1.1666383

  • Der Sinn des Lebens ist das was Du daraus machst...

    Verständlicher geht es nicht.

  • Viele Europäer können sich auf eine Überraschung gefasst machen: Nach den neuen 5-Euro-Noten, die seit 1. Mai ausgegeben werden, sollen bald auch 7-Euro-Scheine in Umlauf gebracht werden.

    Achtung Glasauge

    7-Euro-Schein soll Zypern und Griechenland retten

    Der Befreiungsschlag in der Krise: Inspiriert von den neuen 5-Euro-Scheinen, die seit 1. Mai in Umlauf sind, bringen Zypern und Griechenland jetzt auch eine eigene Banknoten-Edition auf den Markt.

    Von Karl Sack-Reis

    Viele Europäer können sich auf eine Überraschung gefasst machen: Nach den neuen 5-Euro-Noten, die seit 1. Mai ausgegeben werden, sollen bald auch 7-Euro-Scheine in Umlauf gebracht werden.

    "Um gewissen Unsicherheiten vorzubeugen: Die neuen Scheine sind einfach auf ihre Echtheit zu überprüfen", erklärt der mit dem Design betraute griechische Gelddrucker Billos Kopitiadis. Zu erkennen sind die 7-Euro-Noten am ausgesucht billigen Material aus recyceltem Zeitungspapier sowie dem Hologramm von Angela Merkel mit dem charakteristischen Hitler-Bart. Nicht nur deshalb gelten die Banknoten als besonders fälschungssicher.

    Sonderedition für Touristen

    "Was die Europäische Zentralbank kann, können wir schon lange", heißt es dazu aus Nikosia und Athen. Mit ihrer Sonderedition der beliebten Zahlungsmittel planen die gebeutelten Schuldenländer Zypern und Griechenland den endgültigen Befreiungsschlag in der Euro-Krise.

    So ist als erste Maßnahme vorgesehen, dass Touristen aus den letzten finanzkräftigen Enklaven Europas künftig ausschließlich 7-Euro-Scheine als Wechselgeld bekommen. Der nächste Schritt dürfte die Probleme Griechenlands und Zyperns dann sogar auf einen Schlag lösen. Die Finanzminister in Athen und Nikosia stellten in Aussicht, ihren Kreditgebern sämtliche Schulden zurückzahlen zu wollen – "und zwar bis auf den letzten 7-Euro-Schein!"

    Schäuble erstaunt

    Der deutsche Kollege Wolfgang Schäuble zeigt sich jedenfalls begeistert von den Ankündigungen aus den Krisenländern: "Das übetrifft unsere kühnsten Erwartungen. Wir hatten ja noch nicht einmal mit Scheingeld-Zahlungen gerechnet."

    Werden Sie trotzdem Fan von GLASAUGE auf Facebook - und verpassen Sie künftig keinen Artikel und billige Zusatzscherze!

    Quelle:
    http://www.welt.de/satire/article115843487/7-Euro-Schein-soll-Zypern-und-Griechenland-retten.html

  • Wo ist denn jetzt mein Rad?

    g1.014

  • Bauherren haben es in Mainz schwer

    Man sollte sich gut überlegen, ob man in der Mainzer Innenstadt oder auch im Umfeld ein Grundstück erwirbt.

    Es kann einem nämlich mit fast 80%iger Sicherheit passieren, dass man auf Überreste der römischen Baukunst stößt...

    und das bedeutet:

    Baustopp.

    So ging es auch dem Bauherrn dieses Grundstücks, welches sich inmitten der Stadt befindet.

    Weitere Funde siehe Video:

    http://www.1730live.de/archiv/news-details/datum/2010/10/25/ausgrabungen-in-mainz.html

  • Sizilien - Der Protest geht weiter

    Über den Protest der Bevölkerung auf Sizilien habe ich schon: =>HIER berichtet.

    Obwohl der sizilianische Regierungspräsident verboten hat, dass die Amerikaner den Bau der größten Antennenanlage fortsetzen, scheren sich die Amis einen Dreck darum.

    Nun verstehe ich nicht, warum dann die "Ordnungshüter?", weiterhin mit den friedlich Demonstrierenden so umgehen?

    weitere Fotos dazu hier: (auf das Foto klicken, um weitere zu sehen)
    http://palermo.repubblica.it/cronaca/2013/04/29/foto/no_muos_nuovi_scontri_a_niscemi_la_polizia_solleva_di_peso_i_pacifisti-57740555/1/?ref=FRAG-1

  • Endlich Frühling....

    Vor dem Gutenberg-Museum in Mainz lässt sich der Frühling bei einer guten Tasse Kaffee und Kuchen wahrlich genießen.



  • Neue Regierung in Italien

    Die lange Wartezeit ist vorbei.

    So beginnt ein Artikel in der SÜDWEST-PRESSE

    Italien hat acht Wochen nach den Parlamentswahlen wieder eine Regierung. Erstmals seit 1947 wollen Politiker der Linken und der Rechten das Land gemeinsam führen.

    (Anmerkung von mir: Der Satz sollte folgendermaßen lauten:
    Italien hat acht Wochen nach den Parlamentswahlen wieder eine Regierung. Erstmals seit 1947 wollen Politiker der Linken und der Rechten das Land gemeinsam in den Ruin führen.

    Autor: BETTINA GABBE | 29.04.2013

    Der neue italienische Ministerpräsident Enrico Letta hat gemeinsam mit einem Kabinett aus 21 Ministern den Amtseid geleistet - zwei Monate nach den Parlamentswahlen vom Februar. Die große Koalition aus Lettas linksbürgerlichen Demokraten und dem "Volk der Freiheit" von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sich heute im Parlament durch eine Vertrauensabstimmung im Amt bestätigen lassen. Der neuen Regierung gehören neben neun Demokraten, fünf Mitglieder der Berlusconi-Partei und drei Minister der Monti-Liste erneut vier Technokraten an, darunter die bisherige Innenministerin Annamaria Cancellieri.

    Der bisherige Parteichef der Demokraten, Pier Lugi Bersani, war zuvor mit dem Versuch gescheitert, gemeinsam mit der Protestpartei des Komikers Beppe Grillo ein Bündnis zu schmieden. Die politische Sackgasse war vor allem angesichts der aktuellen Haushalts- und Wirtschaftskrise in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone brisant. Schließlich war der 45-jährige Nachwuchspolitiker Letta vor wenigen Tagen von Staatspräsident Giorgio Napolitano beauftragt worden, die Patt-Situation durch eine große Koalition zu überwinden.

    Eine Einigung zwischen beiden Parteien und der Bürgerliste von Ex-Ministerpräsident Mario Monti kam unter der Bedingung zustande, auf bekannte Gesichter der Parteispitzen (Anm. von mir dazu weiter unten unter 1.) zu verzichten. So stellte Letta ein Kabinett zusammen, dessen Durchschnittsalter von Anfang fünfzig um zehn Jahre unter dem der Vorgängerregierung liegt.

    Ein Drittel der Kabinettsmitglieder sind überdies Frauen. Überraschend berief der neue Regierungschef die über die Parteigrenzen hinweg geschätzte Ex-EU-Kommissarin Emma Bonino von der liberalen Radikalenpartei als Außenministerin. Neben zahlreichen jüngeren Parteipolitikern aus den beiden großen und der kleineren Bündnispartei gehört Italiens neuem Kabinett überdies erstmals eine Farbige an. Berlusconis ehemaliger Koalitionspartner von der Lega Nord protestierte bereits vehement gegen die gebürtige Kongolesin Cécile Kyenge als neue Integrationsministerin.

    Berlusconi verzichtete im Tausch gegen den Posten des stellvertretenden Ministerpräsidenten für seinen Ex-Justiz- und neuen Innenminister Angelino Alfano auf die Forderung nach einem Ministerposten. (Anm. von mir dazu weiter unten unter 2.)

    Letta zeigte sich "schlicht zufrieden" über die erreichten Kompromisse bei der Regierungsbildung. Napolitano sagte, er hoffe jetzt auf "stärksten Zusammenhalt".

    zu 1.
    Auch, wenn man auf (sogenannte) bekannte Gesichter der Parteispitze verzichten musste, weiß man doch, dass einige von den neu gewählten Ministern die Marionetten ihrer eigenen Partei sind. Gerade bei der PDL (Berlusconi) wird sich keiner wagen, gegen die Vorgaben Berlusconis zu handeln.
    Ganz besonders die neuen Ministerinnen Nunzia De Girolamo (Agrarministerin) und Beatrice Lorenzin (Gesundheitsministerin)sind wegen ihrer unzähligen Auftritte im TV bekannt. Und wer sich mit der Einen oder Anderen anlegte, bekam die ganze Intolleranz dieser Frauen verbal zu spüren.

    zu 2.
    Das ist wie damals mit Putin und Medwedew.
    Die Fäden hält Berlusconi weiter in der Hand.

    Quelle SÜDWESTPRESSE:
    http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Neue-Regierung-in-Italien;art4306,1972705

  • Attentäter oder Opfer? Italiens Politiker lachen sich eins ins Fäustchen...was interessiert sie die Armen

    Nun ist das Geschreie groß.

    Ein Mann hat vor dem Regierungssitz in Italien um sich geschossen und 3 Menschen verletzt.

    War das zu erwarten?

    Ich denke schon, denn was sich die Politiker nun geleistet haben, kann ein Volk einfach nicht mehr ertragen.

    Durch die Wahl der neuen Regierungsmitglieder ist eindeutig ersichtlich, dass man sich unter den Parteien die Pöstchen zugeschoben hat.
    Wie sonst ist es zu erklären, dass beispielsweise "Nunzia Di Girolama" (Berlusconi-Partei) Ministerin für Agricultur wurde, obwohl sie von diesem Fach keine Ahnung hat.

    Übrigens ist ihr Mann in der demokratischen Partei.

    40.000 Euro bringen beide im Monat als Politiker nach Hause.

    Im Durchschnitt zählt man drei Selbstmorde aus finanziellen Gründen im Moment in Italien.

    Muss man sich wundern, dass dieser Schuß nun in die andere Richtung ging?

    Ich glaube nicht, denn arbeitslos zu sein, bedeutet in Italien wirklich hungern.

    Je nach Berufsgruppe, steht man nach 1,5 - 2 Jahren Arbeitslosigkeit ohne finanzielle Stütze durch den Staat da.

    "Was hab ich schon zu verlieren", wird sich dieser Mann gedacht haben.

    Jetzt wird er, mit Hilfe der regierungsnachen Tageszeitungen, als verwirrt dargestellt.

    Tja, die Wahrheit ist eben schwer zu ertragen, denn die Wahrheit wird sein, dass er genau wusste, was er tut.

    Jedenfalls werden die Politiker jetzt nicht mehr ohne Leibwächter durch Roms Straßen schlendern können, wie sie es bisher taten.

    Mir tun auf jeden Fall die Verletzten leid, denn Carabinieri sind doch nur die Handlanger der Politik.

    Außerdem soll ein Querschläger auch eine schwangere Frau getroffen haben.

    Ich wünsche allen dreien, dass sie wieder gesund werden.

    Und die Politiker überlegen sich vielleicht das nächste Mal, ob sie dem Volk den Mittelfinger zeigen sollen.

    Stinkefinger

  • Liegt unter der Matratze unser Geld am sichersten ?

    Manchmal denke ich das schon, wenn ich jetzt lese, wie uns, gerade die SPD/Grünen, das Geld weiter aus der Tasche ziehen wollen.

    Steuerpläne der Grünen: Zulauf für die Wutbürger-Fraktion

    Ein Kommentar von Wolfgang Kaden

    An diesem Wochenende werden die Grünen auf ihrem Parteitag ein beispielloses Steuererhöhungsprogramm beschließen. Gemeinsam mit der SPD will die Partei die vermeintlich Reichen zur Kasse bitten. Das funktioniert nicht, sondern wird vor allem Bürger in der Mittelschicht frustrieren.

    Es ist ein merkwürdiger Wettlauf unter den möglichen neuen Regierungsparteien SPD und Grünen, den wir derzeit verfolgen dürfen: Wer bietet mehr im Rennen der Umverteiler?

    Quelle und weiterlesen hier:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warum-die-steuerplaene-von-der-gruenen-ungerecht-sind-a-894413.html

  • Wer die AfD auf ihren Rechtspopulismus reduziert, verkennt die eigentliche ideologische Gefahr, die von dieser Partei ausgeht.

    Die Gefahr der neuen Partei ist nicht der Rechtspopulismus

    Die deutsche Tea Party

    Kommentar von Jens Berger

    Es war nur noch eine Frage der Zeit, dass auch das deutsche Parteiensystem durch eine bürgerliche Protestpartei rechts von der Union erweitert würde. Jetzt, mit der Alternative für Deutschland, scheint sie da zu sein. Es ist ebenfalls keine große Überraschung, dass die AfD in ersten Stellungnahmen von progressiven Geistern wegen ihrer – zweifelsohne vorhandenen – rechtspopulistischen Tendenzen gebrandmarkt wird.

    Doch diese Kritik greift zu kurz, orientiert sie sich doch an der klassischen Gesäßgeografie, dem Rechts-links-Schema. Wer die AfD auf ihren Rechtspopulismus reduziert, verkennt die eigentliche ideologische Gefahr, die von dieser Partei ausgeht.

    Weiterlesen hier:
    http://taz.de/Debatte-Alternative-fuer-Deutschland/!115108/

  • Wenn eine Regierung nicht das tut, was das Volk will, muss sie verjagt werden...auch mit Schlägern und Steinen

    Dies sind keine Worte von mir, sondern von Sandro Pertini.

    Er war vom 8. Juli 1978 bis zum 23. Juni 1985 italienischer Staatspräsident
    und vom Volk sehr geliebt.

    Ging durch die Straßen Roms ohne Leibwächter und es heißt, man sah ihn oft in den Café-Bars, wo er mit den Menschen sprach.

    Pertini

    Wer Sandro Pertini war, könnt Ihr hier lesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sandro_Pertini

  • Italien hat einen neuen Regierungspräsidenten...Enrico Letta...und das Schmierentheater geht weiter

    Die deutschen Zeitungen sind voll des Lobes für den neuen italienischen Ministerpräsidenten.

    (Links dazu weiter unten)

    Jung, dynamisch und zielstrebig sei er.

    Der Staatspräsident forderte ihn auf, so schnell wie möglich Reformen in Angriff zu nehmen, um das Land aus der Krise zu führen.

    Der Staatspräsident tat mit der Nominierung dieses Christdemokraten einen guten Schachzug, denn Letta ist dafür bekannt, dass er auch zu der Partei Berlusconis gute Kontakte pflegt.

    Für mich hört sich das aber nicht so an, wie es die politische Kaste den Wähler glauben lassen möchte, denn gute Verbindungen in Italien bedeutet:

    Mauschelei.

    Gibst Du mir ein Pöstchen, gebe ich Dir meine Stimme.

    Keiner spricht darüber, dass gegen Enrico Letta, laut der ital.Tageszeitung: =>"Il Fatto Quotidiano" (das tägliche Geschehen) drei Strafverfahren wegen:


    Amtsmissbrauch
    Submissionsabsprachen
    schwerem Betrug



    laufen.

    Außerdem ist Enrico Letta:

    Mitglied der Bilderberger
    Vertreter Goldman Sachs
    Vertreter für Wirtschaft und multinazionale Konserne
    Vertreter Aspen Institut

    Aspen-Institut

    Das als einflussreich geltende Aspen-Institut (The Aspen Institute) gilt als weltweit agierende Propaganda-Organisation der US-amerikanischen Neokonservativen. Es hat seinen Hauptsitz in Washington D.C. Internationale Außenstellen bestehen in Deutschland (Berlin), Italien (Rom), Frankreich (Lyon), Rumänien (Bukarest), Indien (Neu-Delhi) und Japan (Tokio). Das deutsche Aspen-Institut ist seit 1974 in Berlin tätig. Es organisiert Konferenzen und Tagungen für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Kultur.

    Der langjährige Vorsitzende des Aspen-Instituts, Jeffrey Gedmin, ein enger Freund von Richard Pearle und Benjamin Netanyahu, befürwortete den Irak-Krieg sowie marktradikale Reformen für Europa, und er spricht sich gegen ein Europa aus, das sich von den Vorgaben der USA freizumachen versucht.

    Quelle:
    http://www.local-power-for-peace.org/lexikon/aspen-institut


    Hier nun ein paar links zu den Berichten über Letta in der deutschen Presse:

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/enrico-letta-im-portraet-nervenstarker-problemloeser-12160978.html

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-enrico-letta-soll-neue-regierung-bilden-a-896235.html

    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,896267,00.html

  • Deutlicher kann ein italienischer Abgeordneter nicht zeigen, was er von dem Volk hält

    Das ital. Volk ist wütend und ganz besonders die Anhänger der demokratischen Partei, denn sie gaben ihre Stimme bei der Präsidentenwahl, nicht dem vorgeschlagenen Sozialisten Rodontà, sondern wieder Giorgio Napolitano.

    So wurde dann auch jeder Politiker, der die Abgeordnetenkammer nach den Wahlen verlies, von den enttäuschten Wählern, mit Verräter, Schande und wann geht ihr endlich nach Hause empfangen.

    Eigentlich sollten Politiker, und ganz besonders in diesem Falle, einfach den Kopf einziehen und sich schämen.

    Was macht dagegen Maurizio Gasparri, vom ganz rechten Flügel?

    Sehr hier:

    Stinkefinger

  • Da muss nun wieder der Alte ran, obwohl er es eigentlich nicht wollte....

    In seiner Amtsantrittsrede lies Giorgio Napolitano kein gutes Haar an der derzeitigen politischen Kaste.
    (ich habe seine Rede im TV verfolgt)
    Ich fand es beschämend, wie sie alle zusammen (außer den Mitgliedern der Bewegung 5 Stelle) die Worte des Staatspräsidenten mit tobendem Applaus begleiteten.

    Sie hätten sich schämen sollen, denn Napolitano hielt ihnen den Spiegel vor.

    Jeder einzelne tat so, als wenn diese harten Worte, nur die anderen betrifft.

    Korruption, Egoismus, Verrat am Volk...all dies konnte man zwischen den Zeilen heraus hören, die der neue/alte Staatspräsident anprangerte.

    Berlusconi lachte sich derweil eins ins Fäustchen.

    Der Kommentar auf dem Foto eines FB'lers trifft den Nagel auf den Kopf:
    Was für Arschlöcher, die von der "Partito democratico"Berlusc



    SpiegelOnline schreibt über die Antrittsrede folgendes:

    Präsident Napolitano: Ein Greis muss Italien retten

    Von Hans-Jürgen Schlamp

    Staatspräsident Giorgio Napolitano drückt aufs Tempo. Mit Hochdruck macht sich der 87-Jährige daran, eine neue Regierung für Italien aufzustellen. Binnen 24 Stunden soll das Bündnis stehen. Doch dafür muss Napolitano die völlig zerstrittenen Parteien einen.

    Er hat sich wahrlich nicht in den Vordergrund gedrängt. Immer wieder hatte er in den vergangenen Wochen Anfragen nach einer zweiten Amtszeit abgewiesen. Er sei zu alt, zu schwach, hatte Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano, 87, gesagt. Italien brauche einen starken, aktiven Präsidenten, um das Führungspersonal des Landes auf Trab zu bringen. Wie recht er hat, bewiesen die Politiker aller Parteien seit den Parlamentswahlen täglich neu. Sie versagten nicht nur bei der Bildung einer neuen Regierung, nicht einmal einen neuen Präsidenten vermochten sie zu küren. So ergab sich schließlich der alte.

    Am Samstag erhoben sich rechte wie linke Wahlmänner und applaudierten minutenlang ihrem neugewählten Staatsoberhaupt - das hat es seit 19 Jahren permanenten Streits zwischen den beiden Blöcken nicht gegeben. Und einen Präsidenten mit einer zweiten Amtszeit hat es in Italien überhaupt noch nicht gegeben. So ruhen nun alle Hoffnungen auf ihm, dem Greisen, der so gerne aufs Altenteil wollte.

    Giorgio Napolitano, in Neapel geboren, Widerstandskämpfer, studierter Jurist, einer der Konstrukteure des italienischen "Euro-Kommunismus", hernach bei den Demokratischen Linken und schließlich im Partito Democratico (PD) gelandet, dem politischen Sammelbecken für Ex-Kommunisten und dem linken Flügel der im Korruptionssumpf untergegangenen Democrazia Cristiana. Er ist der einzige Politiker, die einzige Instanz des Landes, dem das Volk noch vertraut.

    Den Parteien und dem Parlament traut laut einer Untersuchung des LaPolis-Instituts der Universität Urbino nur noch jeder zehnte Italiener über den Weg. Auch der einst feste Glaube an die Europäische Union ist in den vergangenen Jahren deutlich geschwunden, auf nur noch 33 Prozent. Doch auf Giorgio Napolitano bauen zwei Drittel aller Italiener.

    Das verschafft Autorität. Napolitano zwang im November 2011 Silvio Berlusconi aus dem Amt, installierte in der schlimmsten Finanzkrise des Landes eine Expertenregierung unter Führung des Wirtschaftsprofessors und Ex-EU-Kommissars Mario Monti.

    Das Wunder soll er jetzt wiederholen. In seiner Antrittsrede warf er den Parteien am Montag ihr Versagen nach den Wahlen im Februar und Verantwortungslosigkeit vor. Es müsse "unverzüglich" eine Regierung gebildet werden, sagte Napolitano. Er äußerte zudem scharfe Kritik an den "unverzeihlichen" Streitereien der Parteien.

    Er habe sich nur widerwillig im Alter von 87 Jahren zu einer zweiten Kandidatur bereit erklärt, sagte Napolitano mit Tränen in den Augen. In einer Rede vor dem Parlament drohte Napolitano zugleich mit seinem Rücktritt, falls sich die Politik den Veränderungen verweigern sollte. Danach traf sich der neue und alte Präsident zur Gesprächen mit den Vertretern der Parteien.

    Und auch am Dienstag geht es für Napolitano den ganzen Tag nur um die Formation einer neuen Regierung, die von rechts und links unterstützt wird. Denn am Mittwoch will er schon einen neuen Premier und dessen Mannschaft präsentieren.

    Wie die neue Crew aussehen wird, ist offen, wird in den italienischen Medien gleichwohl mächtig diskutiert. Eine politische Regierung soll es sein, berichten Leute mit guten Kontakten zur Umgebung Napolitanos. Aber in der Mannschaft sollen auch parteilose Fachleute sein. Vielleicht aus der Gruppe der "zehn Weisen", die der Präsident kürzlich beauftragt hatte, auf die Schnelle ein machbares Reformkonzept für eine potentielle Koalitionsregierung aufzustellen.

    Natürlich sind auch Namen im Gespräch für den Job des Ministerpräsidenten. Eigentlich stünde der Chefsessel ja quasi automatisch dem Vorsitzenden der größten Partei zu. Aber nachdem PD-Chef Pier Luigi Bersani sich am Wochenende tränenreich verabschiedet hat, ist der Platz vakant. So wird stattdessen über Enrico Letta spekuliert, einen mit 48 Jahren vergleichsweise jungen PD-Politiker, mit Erfahrung als Staatssekretär. Er wollte aber schon einmal Parteichef werden und ist dabei grandios gescheitert. Auch Giuliano Amato, 74, ist im Gespräch. Der stammt aus der kleinen Sozialistischen Partei und hat so ziemlich alles in der Politik schon gemacht, zweimal auch eine Regierung geführt. Und gar nicht so schlecht.

    Das Ende einer historischen Episode

    Entscheidend für den Erfolg Napolitanos wird sein, wie sich das Innenleben des Partito Democratico entwickelt. Denn in der Partei tobt ein Kampf zwischen Seilschaften, die sich spinnefeind sind. Da gibt es etwa die Gruppe um:

    Matteo Renzi, 38, Bürgermeister von Florenz und PD-Jungstar mit viel Selbstvertrauen. Er werde die alte Garde der Politik "verschrotten", hatte er einst angekündigt. Jetzt tönte er, er werde die Partei "neu gründen"; er hat viele Bewunderer im Land, nicht so viele in seiner Partei.

    Franco Marini, vorigen Donnerstag noch Staatspräsidenten-Kandidat seiner Partei, stellt sich konträr gegen Renzi. Denn er und dessen Freunde torpedierten Marinis Wahl.

    Zu diesem Club der Rächer gehört auch der zurückgetretene PD-Anführer Pier Luigi Bersani.

    Enrico Letta (siehe oben) will selber den Job.

    Und dann sind da noch viele weitere Parteigranden: Ex-Regierungschef Massimo D'Alema, der frühere Bürgermeister von Rom und PD-Chef Walter Veltroni oder die im Funktionärsapparat gut vernetzte einstige Familienministerin Rosy Bindi. Sie agieren an allen innerparteilichen Fronten. Wenn es niemandem gelingt, die zentrifugalen Kräfte zu bändigen, dann droht das Ende einer historischen Episode, der Vereinigung von Post-Kommunisten mit Post-Christdemokraten.

    Wettkampf der "großen politischen Minderheiten"

    Auf der anderen politischen Seite ist die Sache klar. Silvio Berlusconi steht bereit, mit nahezu jedem - der nicht gerade Romano Prodi heißt - zu koalieren. Er will wegen seiner juristischen Probleme Teil des staatlichen Machtapparats bleiben. Und er will weiter seine Partei konsolidieren, die vor den Parlamentswahlen kurz vor der Implosion stand und nun wieder halbwegs gefestigt scheint.

    Eine klare Position hat auch der dritte im Kreis der "großen politischen Minderheiten", wie der Sozialwissenschaftler Ilvo Diamanti die politische Landschaft in Italien beschreibt: Beppe Grillo, der frühere TV-Komiker und Anführer der "5-Sterne-Bewegung" ("MoVimento 5 stelle") will das politische System destabilisieren, zerlegen, abräumen. Bei der Suche nach einer stabilen Regierungsmehrheit zu helfen, wäre dabei aus seiner Sicht kontraproduktiv.

    Quelle:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/napolitano-ein-greis-muss-italien-retten-a-895820.html

  • Der Besen muss immer bereit stehen...wenn man am Fuße des Ätnas lebt

    Er wird immer wütender, sein Grollen kann man bis weit ins Tal hören.

    Der Ätna bricht immer öfters aus. Früher so 2-3 mal im Jahr.
    Dieses Jahr fast alle 10 Tage.
    Und es wird immer gewaltiger, was er da aus seinem Bauch heraus auf die umliegenden Dörfer verschüttet.
    Die Bevölkerung kommt mit dem Kehren überhaupt nicht mehr nach.

    Der Lavasand setzt sich in alle Ritze.

    Ob das mit den vielen Erdbeben zusammen hängt, die in letzter Zeit auf der Erde passiert sind, kann ich nicht sagen.

    Schaut Euch die nachfolgenden Videos an.

    Wirklich erschreckend.


  • Liegt die Zukunft Italiens wirklich in den Händen der Bewegung 5 Sterne (Movimento 5 Stelle)

    In der Frankfurter Rundschau steht über die Bewegung ein sehr guter Artikel:

    http://www.fr-online.de/politik/italien-wir-sind-die-zukunft,1472596,22201712.html

  • Das schlägt dem Fass den Boden aus....

    EU will Anbau von Obst und Gemüse in Gärten regulieren

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 23.04.13, 00:27

    Die Europäische Kommission will den Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Verwendung von Einheits-Saatgut vorschreiben. Alte und seltene Sorten haben kaum Chancen auf eine Zulassung, ihr Anbau wird strafbar - "auch wenn er im privaten Garten erfolgt."

    Die EU-Kommission arbeitet an einer Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes in Form einer Verordnung. Damit wird eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom Juli 2012 verrechtlicht: Landwirte dürfen nur mehr amtlich zugelassenes Saatgut verkaufen. Bisher waren alte und seltene Saatgut-Sorten ausgenommen, die in althergebrachter Tauschwirtschaft gezüchtet und in meist kleinen Mengen gehandelt wurden. Geht es nach den Plänen der Kommission, dürfen Kleinbauern oder Privatleute ihr selbst gezüchtetes Saatgut in Zukunft nicht einmal mehr verschenken.

    Viele konventionelle Gemüse- und Getreidesorten werden damit aus dem Anbau verschwinden, kritisieren österreichische Umweltorganisationen. Die verpflichtende Registrierung aller Sorten würde zu einer kompletten Vereinheitlichung führen. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist damit vollständig von der Saatgut-Weitergabe ausgeschlossen, heißt es im Begleittext zu einer gemeinsamen Petition von Arche Noah und Global 2000. Für sie sei das Zulassungsverfahren für Saatgutarten mit unüberwindbaren bürokratischen und finanziellen Hürden verbunden. Zudem befürchten die Umweltschützer eine strenge amtliche Überwachung. Beim Tausch nicht zugelassener Saatgut-Sorten drohen hohe Strafen.

    Profiteure der Normierung sind allein die Lebensmittel-Konzerne, die schon jetzt den Großteil des Saatgut-Marktes unter sich aufteilen. Seit Jahren macht die Lobby der Agrarindustrie in Brüssel Stimmung für einen weiteren Schritt in Richtung Saatgut-Kartell. Ziel ist die Kontrolle der gesamten Lebensmittelproduktion durch einige wenige Großkonzerne. Schon heute werden kleinere Konkurrenten mittels Anzeigen von Monsanto und Co dazu gezwungen, ausschließlich ihr Saatgut zu kaufen. In Zukunft drohen nun auch Verwaltungsstrafen.

    Der Konsument habe kaum mehr eine Wahlfreiheit, was auf seinem Teller landet, heißt es in einem offenen Brief von mehr als einem Dutzend Europäischer Umweltschutzorganisationen an Kommission und EU-Parlament. Weniger Vielfalt heiße auch weniger Farben und Geschmäcker, und schlussendlich weniger Lebensmittelqualität. Gefordert wird eine komplette Neuausrichtung des nun laufenden Reformprozesses. Saatgutanwendern müsse eine größere Sorten-Vielfalt zu Verfügung stellen, insbesondere Arten, die an lokale Bedingungen angepasst sind. Dies würde dazu beitragen, den Verbrauch an Pestiziden, Düngemitteln und Wasser zu reduzieren und die Verschmutzung von Böden und Wasser einzudämmen.

    Initiativen wie jene der Umweltorganisationen oder ein entsprechender Antrag der Grünen im österreichischen Nationalrat werden aber wohl wirkungslos bleiben, solange nicht mehrere Mitgliedsstaaten gegen die geplante Verordnung auftreten. Noch ist der Beschluss nicht umgesetzt. Die EU-Kommission soll am 6. Mai ihren Entwurf vorlegen, danach muss sich das EU-Parlament damit beschäftigen.

    Sollte das Parlament die Verordnung durchwinken, dürfen auch Privatleute ihre in Obst- und Gemüseprodukte nicht mehr verbreiten, wenn sie nicht den Wünschen von Monsanto EU-Normen entsprechen.

    Es ist bezeichnend für die mangelnde demokratische Legitimation der EU, dass solche grundlegenden Entscheidungen durchgezogen werden, ohne dass die Bürger davon etwas mitbekommen. Ist die Verordnung einmal beschlossen, sind die Lebensmittel-Konzerne im Recht und die Bürger in der Defensive und werden größte Schwierigkeiten haben, die gesetzlichen Regelungen wieder rückgängig zu machen.

    Die Abgeordneten des Europa-Parlaments dürften den Antrag zur Verordnung nicht einmal gelesen haben.

    Sie kaufen ihre Lebensmittel im Supermarkt.

    Quelle:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/23/eu-will-anbau-von-obst-und-gemuese-in-gaerten-verbieten/


    Da hat die Lobby mal wieder ganze Arbeit geleistet

    und...die können mich mal

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